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Fabienne Dannewitz aus Lich erklärt ihr Experiment: ein Wellenbrecher. Foto: las

Wenn Flüssigkeit Wellen schlägt

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Gießen(las). Rosa. Orange. Grau. Der Schatten eines Menschen erscheint in diesen drei Farben an der Vorderseite einer schwarzen Box. Das bekannte Schattentheater ist hier bunt. Denn die Pappfigur wird in verschiedenen Farben angestrahlt. Wird ein Licht ausgeschaltet, ändern sich Farbe und Anzahl der Schatten. Das Schattentheater war nur eines von zwölf Experimenten, die bei der Präsentation des Projekts "MINT: Die Stars von Morgen" im Mathematikum Gießen zu bestaunen waren. So hatte nur einige Meter vom Schattentheater entfernt ein Schüler mit Hilfe von Magneten ein schwebendes Brett gebastelt. In dem Holzbrett sind negativ gepolte Magnete eingebaut. Dasselbe in der Unterlage. Da die gleich gepolten Magnete sich abstoßen, schwebt das an Holzstäben stabilisierte Brett etwa zwei Zentimeter in der Luft.

MINT, das ist die Abkürzung für die Schul- und Studienfächer Mathematik, Informatik, Naturwissenschaft und Technik. In dem dreimonatigen MINT-Projekt haben Schüler aus ganz Hessen naturwissenschaftliche Experimente geplant und aufgebaut. So können die Schüler MINT-Erfahrung sammeln und sich beruflich orientieren, erklärte Manfred Mahler, von Provadis Partner für Bildung und Beratung GmbH, bei der Eröffnung der Präsentation vor Eltern und Bekannten.

Der Leiter des Mathematikums, Prof. Albrecht Beutelspacher, moderierte die Veranstaltung, führte die Besucher zu den jeweiligen Tischen der Schüler und erklärte gemeinsam mit diesen die Exponate.

Naturwissenschaft mal anders

Insgesamt zwölf Schüler nahmen an dem Projekt teil, drei von ihnen aus dem Landkreis. Eine von ihnen ist Fabienne Dannewitz (15) aus Lich. Sie ist Schülerin der Dietrich-Bonhoeffer-Schule und hat während der sieben Veranstaltungen einen Wellenbrecher gebaut. Bei ihrer Präsentation liegt ein verschließbares Glas auf einer hölzernen Wippe. Es ist mit roter Flüssigkeit gefüllt. Während sie das Glas kippt, schlägt die Flüssigkeit Wellen. Öl und Wasser sind das, erklärt Fabienne bei der Vorstellung. Die unterschiedliche Dichte der Substanzen sei für die Wellen verantwortlich.

Fabienne Dannewitz freute sich, dass in der Veranstaltungsreihe naturwissenschaftliche Inhalte auch mal anders als in der Schule vermittelt wurden. Besonders gefallen hat ihr der Besuch in der Experimenta in Frankfurt. Dort hat sie auch die Vorlage für ihr Experiment gefunden. "Ich liebe es, handwerklich zu arbeiten", meinte die Fünfzehnjährige. Deshalb hatte eine Lehrerin sie auf das MINT-Projekt hingewiesen.

Die Teilnehmer sind zwischen 14 und 16 Jahre alt, erklärte Projektleiterin Christiane Schmuck. Um Ideen für ihr Exponat zu finden, schauten die Schüler sich zu Beginn im Mathematikum um. Auch ein Besuch in der Experimenta diente der Ideenfindung. Zuerst haben die Teilnehmer dann einen Prototyp aus einfachen Materialien gebaut, danach ging es zur Planung für das endgültige Exponat. Dazu gehörte zum Beispiel, eine Materialliste zu schreiben. Mitarbeiter des Mathematikums unterstützten die Schüler bei ihren Vorhaben.

Zwei Teilnehmer kamen aus Laubach: ein Brüderpaar. William (16) und Domenik Bancovski (14). Ihre Mutter hat die Schüler der Friedrich-Magnus-Gesamtschule auf die Veranstaltung aufmerksam gemacht, berichtete Domenik. Am meisten Spaß gemacht hat ihm das Bauen der Exponate. Sein Experiment zeigte die "eiernde Kugel". Zwei Kugeln bewegen sich in einem roten Kasten, wobei eine deutlich mehr eiert, als die andere. Optisch sehen die Kugeln gleich aus. Aber sie sind unterschiedlich, erklärt Domenik. Die Kugeln sind nicht gleich schwer. Außerdem sind sie mit unterschiedlich großen Metallkugeln gefüllt, was das Eiern hervorruft.

Domeniks älterer Bruder William hat ein Katapult gebaut. "Aus der Schusslinie", ermahnte er bei der Präsentation immer wieder, damit ja keiner der Zuschauer getroffen wird. Mit der mittelalterlichen Wurfmaschine schoss er verschiedene Materialien in die Luft.

Das Ministerium für Wirtschaft, Energie, Verkehr und Landesentwicklung und die Regionaldirektion Hessen der Agentur für Arbeit initiierten das MINT-Projekt, das nun seit 2013 zum vierzehnten Mal stattfand.

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