Zu wenig Platz, zu wenig Helfer

  • vonLena Karber
    schließen

Lollar/Pohlheim(lkl). Eine gestiegene Nachfrage und weniger Helfer - mit dieser ungünstigen Mischung hatten die Tafeln bundesweit schon während der ersten Corona-Welle zu kämpfen. Nun gibt es, wegen der steigenden Zahl der Infizierten auch im Landkreis Gießen erstmals wieder Schwierigkeiten.

Die Ausgabestelle in Lollar musste deswegen vorübergehend geschlossen werden, und in Pohlheim erfolgt die Ausgabe von Lebensmitteln im Moment nur noch alle 14 Tage. Das hat Holger Claes, Leiter des Diakonischen Werks Gießen und der Tafel Gießen, auf Anfrage dieser Zeitung bestätigt.

Suche nach Alternativräumen

Die Probleme sind jedoch verschieden. In Lollar, wo die Tafelausgabestelle seit dem 10. Juni wieder geöffnet hatte, mangelt es an Platz. Dort befindet sich die Ausgabestelle aktuell in der ehemaligen Sauna im Rathaus - einer Räumlichkeit, die laut Claes "einfach zu klein" ist, gerade in Corona-Zeiten. "Die Helfer konnten die Ausgabe hinten im Prinzip nur zu zweit machen", sagt Claes. "Deswegen haben wir gesagt, da hören wir jetzt auf."

Erstmal gilt diese Entscheidung für drei Wochen, Claes geht jedoch davon aus, dass die Ausgabestelle zumindest den November hindurch geschlossen bleiben muss. "Die Suche nach neuen Räumen hierfür beginnt jetzt. Wir hoffen, dass hier vielleicht doch zügig eine andere Lösung präsentiert werden kann."

Um Alternativräume zu finden, will Claes die Stadt Lollar und die Kirchen anschreiben. In Allendorf/Lumda und in Reiskirchen, wo die Situationen ähnlich gewesen sei, habe man damit "sehr gute Erfahrungen" gemacht und "über die Gemeinden jeweils Unterstützung mit anderen Räumen bekommen", sagt er.

In Reiskirchen sei die Lage noch prekärer gewesen, sagt Claes. Zuletzt habe die Ausgabe im Zelt stattfinden müssen, da die Räume angesichts der Pandemie völlig ungeeignet gewesen wären. Doch vor ein paar Wochen gab es dann eine Lösung: die Tafel konnte in die alte Schule ziehen. "Vielleicht ist ja so etwas auch in Lollar möglich", hofft Claes.

In Pohlheim ist das Problem zwar ein anderes, der Grund jedoch der gleiche: Corona. Wegen steigender Infektionszahlen mangelt es an Personal, ein Teil der Freiwilligen möchte die Ausgabe nicht mehr übernehmen. Das ist keine ganz neue Gemengelage. Schon im Juni wurde für die Wiedereröffnung nach dem Lockdown Personal in Pohlheim gesucht. Viele der vorherigen Helfer zählten zur Risikogruppe. Zuletzt wurde das wieder zu einem akuten Problem. "Wie in anderen Bereichen auch erleben wir hier, dass Mitarbeiter sagen: Ich fühle mich nicht mehr sicher", erzählt Claes. Daher sei die Tafel in Pohlheim momentan nur noch alle 14 Tage für Bedürftige geöffnet. Weitere Freiwillige könnten jedoch Abhilfe schaffen.

Interessenten für die Ausgabe der Lebensmittel in Pohlheim finden auf der Homepage der Tafel Gießen Kontaktdaten: www.tafel-giessen.de/kontakt/ansprechpartner.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare