Immobilienmarkt

Weitere steigende Preise

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Die Preise für Häuser und Bauland sind 2019 noch einmal gestiegen. Für ein durchschnittliches Einfamilienhaus im Kreis Gießen geben die Käufer knapp eine Viertelmillion aus.

Gießen (so). Alle Umsatz-Kenngrößen stehen auf Plus". Dieser Satz findet sich mehrfach im Immobilienmarktbericht 2020. Auch in den Städten und Gemeinden im Landkreis Gießen ist das so. Zwar wurden im zurückliegenden Jahr nicht mehr die Rekordpreise von 2017 oder 2018 erzielt. Doch nach wie vor bewegen sich die Immobilienpreise nach oben. Wenngleich mit regionalen Unterschieden. Je ländlicher, je schwächer ausgeprägt die Infrastruktur, desto niedriger ist der Betrag, der für Bauland oder Wohnhäuser aufgerufen wird. Je urbaner die Struktur und je dichter an der Stadt Gießen gelegen, desto mehr muss ein Käufer zahlen.

Wichtig für Käufer und Verkäufer

Der Immobilienmarktbericht liegt jetzt druckfrisch vor und ist eine wichtige Handreichung für Käufer und Verkäufer von Bauland, Häusern und Wohnungen.

Ob der Satz von den Umsatz-Kenngrößen mit dem Dauer-Plus in einem Jahr noch Gültigkeit hat, das mag derzeit niemand abzusehen. Lässt Corona die Immobilienpreise fallen? Oder investieren Menschen in unsicheren Zeiten mit niedrigen Zinsen weiterhin verstärkt in Immobilien? "Der Ausblick ist ganz schwierig", sagt etwa Horst-Friedhelm Skib, der Leiter des Gutachterausschusses der Stadt Gießen.

Der aktuelle Bericht gibt naturgemäß noch keinen Hinweis. Denn ausgewertet hat das Amt für Bodenmanagement in Marburg alle Kaufverträge von Immobilien in Mittelhessen aus 2019. Demzufolge wurden in den Kreisen Gießen, Marburg-Biedenkopf und Lahn-Dill mit Grundstücken und Häusern rund zwei Milliarden Euro umgesetzt - über fünf Millionen Euro jeden Tag.

Wohnbauland stagniert etwas

Was auffällt, und das nicht nur für den Landkreis Gießen: Der Verkauf von Wohnbauland stagniert etwas. Wobei der Quadratmeterpreis wieder auf durchschnittlich 160 Euro gestiegen ist. Die Preisspanne liegt zwischen 50 und mehr als 300 Euro je Quadratmeter. Wobei insbesonders in den hochpreisigeren Regionen wie dem Speckgürtel um Gießen und der Boomtown Lich nochmals stärker zugelegt wurde.

Corona-Folgen sind noch nicht zu überschauen

Aber Kunden verlagern ihr Kaufinteresse vermehrt hin zu fertigen Häusern respektive Eigentumswohnungen. Warum, dazu gibt es keine gesicherten Erkenntnisse. Denn Bauland ist nach wie vor am Markt, wenngleich nicht überall gleich viel und in guter Lage. Und Kommunen weisen nicht unbedingt weniger Flächen aus. Womöglich hängt es damit zusammen, dass in den vergangenen zwei bis drei Jahren die Baupreise nochmals deutlich gestiegen sind und es angesichts der bis vor kurzem aufgeheizten Konjunktur Schwierigkeiten machte, zeitnah Bauhandwerker zu bekommen. Gut möglich, dass Käufer 2019 deshalb eher auf fertige Immobilien setzten und dafür im Schnitt 14 Prozent mehr zahlten als im Vorjahr.

Regionale Unterschiede

Ein Einfamilienhaus, Baujahr 1984, mit 150 Quadratmetern Wohnfläche und 700 Quadratmeter Grundstück wechselte im Kreis Gießen im Schnitt für 243 000 Euro den Besitzer. 90 Prozent der Verkäufe bewegten sich zwischen 80 000 und 466 000 Euro. Auch hier gibt es regionale Unterschiede: In Lich lag der Durchschnittspreis bei 286 000 Euro. In Fernwald, Heuchelheim, Linden oder Wettenberg jenseits der 300 000 Euro.

Zu den gefragten Objekten zählen neben den klassischen Ein- und Zweifamilienhäusern auch Eigentumswohnungen. Diese sind in Oberzentren wie Gießen oder Marburg ein bedeutender Teil des Marktes. Auf dem flachen Land spielen sie eine nachgeordnete Rolle. Es gilt die Faustformel: Je zentraler ein Ort, desto eher gibt es Eigentumswohnungen. Bemerkenswert ist auch hier wieder der Speckgürtel um Gießen herum als urbaner Verdichtungsraum. In den an Gießen angrenzenden Städten und Gemeinden ist seit 2018 eine stetig steigende Zahl von Neubauten mit Eigentumswohnungen zu verzeichnen. Die Preise sind seit 2010 steil und stetig angestiegen.

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