Weg frei für urbanes Wohnen

  • vonPatrick Dehnhardt
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Hüttenberg (pad). Die Industriebrache am Leihgesterner Weg in Hüttenberg kann weiterentwickelt werden: Die Gemeindevertreter stimmten mehrheitlich für die Bebauungsplanänderung für das ehemalige Kappa-Areal. Ein Investor will auf diesem Gelände urbanes Wohnen mit über 50 Wohneinheiten ermöglichen: das »Carré 2020«.

In der Mitte sollen vier Gebäude mit drei Vollgeschossen und einem Staffelgeschoss entstehen. Das Gebäude am hinteren Ende des Grundstücks sowie zur Langgönser Straße soll zwei Vollgeschosse und ein Staffelgeschoss erhalten.

Seit 2016 hatte die Gemeindevertretung über das Projekt beraten, stand es mehrmals in den Ausschüssen auf der Tagesordnung. Anwohner hatten die Höhe der Gebäude kritisiert und ein höheres Verkehrsaufkommen befürchtet.

Mathias Wolf vom Planungsbüro Holger Fischer hatte dazu bereits 2019 gesagt, dass im bisherigen Bebauungsplan gar keine Höhenbegrenzung festgelegt war, wodurch noch höhere Industriebauten möglich gewesen wären. Dieses Problem »heile« der neue Bebauungsplan. Nun habe man eine maximale Gebäudehöhe definiert. Urbanes Wohnen bedeutet, dass neben der Wohnnutzung auch Gewerbe möglich ist, etwa Arztpraxen oder Anwaltskanzleien.

Je Wohneinheit zwei Parkplätze

Auf Nachfrage aus der Gemeindevertretung, ob die neue Stellplatzsatzung eingehalten werde, sagte Planer Wolf, dass sie ein »limitierender Faktor für Wohneinheiten« sei. Hüttenberg fordert pro Wohneinheit zwei Parkplätze. Für das »Carré 2020« werden diese in einer Tiefgarage sowie auf dem Areal geschaffen.

Im Zuge der Bebauungsplanänderung wird auch das Mischgebiet an der Ecke Steinberger Weg/Berliner Straße in ein reines Wohngebiet umgewandelt. Dazu kam die kritische Nachfrage, dass die derzeitige Bebauung dort wesentlich niedriger sei, als es der neue Bebauungsplan zulasse. Wolf sagte, dass dort bereits höhere Gebäude zulässig waren, dies jedoch nicht ausgenutzt wurde. Würde man nun nachträglich die Höhenbegrenzung nach unten schieben, könne dies zu Schadensersatzforderungen führen.

Volker Breustedt (SPD) sprach sich für das Projekt aus. »Natürlich hat das Gebäude einen großen Baukörper.« Jedoch mache es keinen Sinn, das Areal in kleinere Parzellen aufzuteilen. Jetzt werde die vorhandene Brache am effizientesten genutzt. Christian Schweitzer (CDU) sah im »Carré 2020« eine »große Chance für Hüttenberg«. Jedoch würden die »Bedenken der Anlieger zur Kenntnis genommen, aber ignoriert«.

Emely Green (Grüne) sah in den Plänen den Klimaschutz zu wenig berücksichtigt. Sie forderte, eine Pflicht für Fotovoltaik im Bebauungsplan festzulegen. Bürgermeister Christof Heller sagte dazu, dass dadurch eine erneute Offenlegung notwendig wäre.

Pro Fotovoltaik

Zwischenzeitlich sah es so aus, als würde das Projekt nochmals eine Ehrenrunde durch die Ausschüsse drehen: Die nach der Kommunalwahl »Neuen« im Parlament meldeten Diskussionsbedarf an. Norbert Lang (FW) sprach sich dagegen aus: »Haben wir wirklich was Neues erfahren? Ansonsten sind wir in zehn Jahren noch dabei.« Erich Schmidt (FöBH) sagte: »Wir können nicht die letzten fünf Jahre neu aufrollen.«

Die Vertagung in die Ausschüsse wurde mehrheitlich abgelehnt. Fotovoltaik wurde als »ausdrücklich wünschenswert« als redaktioneller Hinweis in den Bebauungsplan aufgenommen, damit eine erneute Offenlage vermieden.

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