Wechselfälle

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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»Wer mit 20 kein Kommunist ist, hat kein Herz. Wer es mit 40 immer noch ist, keinen Verstand« - ein Bonmot, gern gebraucht in der Zeit der wilden 60er. Meist, um die aufmüpfige Jugend zu diskreditieren. Die Zeiten heute sind andere, der Wechsel der politischen Einstellung und/oder Heimat blieb uns erhalten - nur nicht mehr ganz so krass. Zwei Beispiele aus dem Landkreis.

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Dr. Detlef Kuhn war einst der Hoffnungsträger der Licher CDU. Dann verließ er die Partei im Streit, verhalf der DBL als neuer Gruppierung ins Licher Stadtparlament, um sich dann Ende 2015, nach zehn Jahre währendem Engagement, aus der Politik zu verabschieden. Der Abschied war nicht von Dauer, Detlef Kuhn ist wieder da. Platz 2 bei den BfL, den Gegnern des Logistikzentrums, und 2194 Stimmen brachten ihm erneut ein Mandat. In den Reihen der BfL wird der eigensinnige Muschenheimer allerdings nicht Platz nehmen. Noch vor der konstituierenden Sitzung hat er der Fraktion den Rücken gekehrt. Sein Mandat will er behalten.

Zu den erfolgreichsten »Wechselkönigen« im Gießener Land zählt gewiss auch der Rabenauer Christoph Nachtigall. 2017 noch hatte er für die Freien Wähler fürs Bürgermeisteramt kandidiert, um schließlich - unzufrieden mit den verkrusteten Strukturen in der Wählergemeinschaft - seinen eigenen »Laden« aufzumachen. Als Vorsitzender der »Bürger für Rabenau« konnte er sich bei der Wahl am 14. März über satte 43,3 Prozent freuen, aus dem Stand wurden die »BfRab« stärkste Fraktion. Heißt zehn von 21 Mandaten im Gemeindeparlament - an Christoph Nachtigall und seinen Mitstreitern geht daher kein Weg vorbei.

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