+
Eines der Lieblingsmotive von Manfred Roth: Startvorbereitungen mitten im Winter in den Alpen.

Heiße Luft

Warum Manfred Roth bei seinem Hobby in die Luft geht

  • schließen

Um seinem Hobby nachzugehen, muss Manfred Roth in die Luft gehen: Der Hüttenberger fotografiert Heißluftballone in den Alpen.

Die fliegende Sau haben schon viele Mittelhessen gesehen, ihr zugewunken und vom Boden aus Fotos gemacht. Manfred Roth kann gut verstehen, dass sie ein beliebtes Fotomotiv ist. Er selbst hat sie auch schon geknipst - aber nicht etwa vom Boden aus, sondern auf "Augenhöhe": Seit rund zehn Jahren macht der Hüttenberger aus Heißluftballonen heraus Bilder von anderen Heißluftballonen. "Ich muss ja die Aufnahmen von oben machen. Sonst kriege ich das Interessante nicht mit", sagt er schmunzelnd. Eine Auswahl zeigt er derzeit im Hüttenberger Rathaus.

Eigentlich ist das Wasser Roths Element. Der Hüttenberger ist Vorsitzender der Marinekameradschaft Wetzlar, fotografiert seit Jahrzehnten mit Leidenschaft Segelschiffe. Aber sein Schwager ist Ballonpilot. Dieser lud ihn eines Tages ein, mal bei ihm mitzufahren. Roth packte selbstverständlich seine Kamera ein.

Geräuschloses Schweben

Mit dem Zünden des Gasbrenners des Ballons begann in ihm eine Leidenschaft zu lodern. Die Perspektiven aus dem Ballon, die Möglichkeiten des fast geräuschlosen Schwebens durch die Luft faszinierten ihn. Weitere Fahrten folgten. Schließlich reiste er nach Tirol zum Ballooningtyrol, einem Ballonfahrertreffen, um dort Bilder zu machen.

Als er mit der Kamera in der Hand auf dem Startplatz stand und Fotos schoss, sprach ihn ein Wirt an. Diesem gehörte die Wiese. Er fragte nach, ob Roth ihm ein paar von seinen Bildern schicken könne. Gesagt, getan. Der Wirt war so begeistert, dass er sie den Ballonfahrern zeigte. Auch diese fanden die Aufnahmen gut und luden Roth ein, Mitglied in ihrem Verein zu werden. Das war 2011. Seitdem steigt Roth regelmäßig in den Alpen in den Himmel auf.

Mittlerweile hat er über 50 000 Bilder geschossen. Sein Lieblingshintergrund sind dabei die Berge geblieben. "Es ist dort unten einfach noch viel schöner als hier", sagt er. "Die Alpenkulissen, aber auch die verschiedenen Motive machen den Reiz aus."

Besonders die Sonderformen findet er beeindruckend - sowohl als Fotomotiv als auch vom Können der Piloten. "Das ist eine erhebliche Mehrarbeit, den zu transportieren, zusammenzulegen und wegzupacken. Und sie sind besonders abhängig von der Witterung." Egal ob ein fliegendes Brandenburger Tor, ein Minion oder ein Bierglas - Roth hatte sie alle vor der Linse.

Handschuhe gehören zur Ausrüstung

Im Gepäck hat der Hüttenberger stets zwei Kameras: eine Canon EOS 1200 und eine 400er. Die eine ist mit dem Weitwinkel-, die andere mit dem Teleobjektiv ausgestattet. "Da oben die Objektive wechseln, macht keinen Sinn." Ein Paar Handschuhe komplettiert die Ausrüstung. "Wer mitfährt, muss auch beim Ballon einpacken mithelfen."

Hat Roth bei den Fahrten nie Lust bekommen, selbst Pilot zu werden? Er winkt ab. "Ich bin 67. Ein Ballon ist in der Anschaffung teuer. Außerdem muss man jedes Jahr eine Zahl Pflichtstunden nachweisen. Das wäre mir zu viel Stress." Außerdem könnte er sich dann auch nicht mehr auf das Fotografieren der Ballone konzentrieren.

Die Bilder von Roth sind noch bis zum 27. März zu den Öffnungszeiten des Rathauses in Rechtenbach zu sehen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare