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Warten hat ein Ende

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Breite Risse, Schlagloch an Schlagloch, und oft zu schmale Bürgersteige - die Ortsdurchfahrt in Lich-Birklar ist schon seit Jahren in einem schlechten Zustand. Das wird sich in den kommenden beiden Jahren ändern: Am Montag, 28. Oktober, startet der Ausbau der Fahrbahn der Kreisstraße 166 im Zuge der Ortsdurchfahrt Birklar.

Rund zwei Jahre Bauzeit sind für die Arbeiten auf einer Länge von 900 Metern eingeplant; der Verkehr wird während der gesamten Bau- und Sperrzeit auf der K 167, der L 3354 und der B 457 über Muschenheim und Bettenhausen umgeleitet. Die Kosten sind mit rund 4,4 Millionen Euro veranschlagt. Das Gemeinschaftsprojekt finanziert der Landkreis Gießen mit rund 1,5 Millionen Euro für den Straßenbau. Weitere 1,5 Millionen Euro stammen aus Mitteln der Stadt Lich, die damit den Ausbau der Gehwege, den Fahrbahnteiler zur Geschwindigkeitsreduzierung am Ortseingang sowie für die Platzneugestaltung in der Ortsmitte finanziert. Die Stadtwerke Lich nehmen für die Erhaltung und Erneuerung der Wasser- und Abwasserleitung weitere 900 000 Euro in die Hand. Geplant ist eine komplette Erneuerung der Fahrbahnoberfläche, auch bei den Kanälen stehen einige Arbeiten an. Die Stadt wird bei dieser Gelegenheit auch Leerrohre verlegen, in die später dann Glasfaserkabel verlegt werden können. Einiges wird sich auch oberhalb tun: Auf mindestens einer Straßenseite sollen die Gehwege auf 1,50 Meter verbreitert werden. Wer die Ortsdurchfahrt Birklar kennt, weiß, dass es dann an einigen Stellen eng werden dürfte.

Anwohner gegen Straßenbeiträge

"Wir haben uns für die Reduzierung der Fahrbahnbreite entschieden - an den Engstellen muss der Verkehr dann gegebenenfalls anhalten", erklärte Eugen Reichwein, (Regionaler Bevollmächtigter Westhessen bei Hessen Mobil) anlässlich des symbolischen Spatenstichs am Mittwoch. Gemeinsam mit Bürgermeister Bernd Klein und der Kreis-Baudezernentin Dr. Christiane Schmahl gab er grünes Licht für die Bauarbeiten. Der Durchgangsverkehr soll durch die reduzierte Fahrbahnbreite entschleunigt werden. Zudem sollen die beiden Bushaltestellen entlang der Ortsdurchfahrt mit taktilen Leitelementen für Sehbehinderte ausgestattet und die Bordsteine auf 22 Zentimeter erhöht werden. Der "Freie Platz" im Ortskern soll mittels Neueinteilung der Parkplätze neu gestaltet werden. Die Maßnahme soll bis 30. Juni 2021 abgeschlossen sein.

Unter den Anwohnern sind die Arbeiten nicht unumstritten - im Hinblick auf die Straßenbeiträge, die dafür entrichtet werden müssen: An beinahe jedem zweiten Haus entlang der Durchgangsstraße hängt ein Schild, das die Abschaffung der Straßenausbaubeiträge fordert. Auch wenn sich diese in Grenzen halten: "8,50 Euro pro Quadratmeter kommen auf die Anwohner zu", berichtete Ortsvorsteher Sebastian Schäfer. Allerdings hätte eine Abschaffung zum jetzigen Zeitpunkt keinerlei Auswirkung mehr auf diese Baumaßnahme - es sei denn, sie würde rückwirkend erfolgen. (con/Foto: con)

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