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Wenn ein Instandsetzen der Trasse der Lumdatalbahn (hier bei Treis) nicht reicht, sondern eine grundhafte Erneuerung ansteht, wird es teurer.

Warten auf Berlin

  • Rüdiger Soßdorf
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Gießen (so). Eine gute und eine nicht ganz so gute Nachricht hatte Stefan Klöppel am Donnerstag dabei. Wenn alles nach Plan läufe, dann könne die Horlofftalbahn zwischen Hungen und Wölfersheim ab 2026 wieder fahren, sagte der Leiter Verkehr beim Zweckverband Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) im Wirtschafts- und Verkehrsausschuss des Kreistags.

Bei der ebenfalls zur Reaktivierung vorgesehenen Lumdatalbahn wollte er sich dagegen lieber nicht festlegen. »Es gibt kein halbwegs erkennbares Zieldatum für eine Inbetriebnahme«, sagte er.

Klöppel sprach bei der Lumdtalbahn von »erheblichen Kostensteigerungen« gegenüber der Voruntersuchung, da nicht von einer Instandsetzung, sondern einer grundhaften Erneuerung ausgegangen wird. »Es reicht nicht, Schotter und Gleise auszutauschen«, sagte der Fachmann. Vor allem die Entwässerung der aus der Kaiserzeit stammenden Bahntrasse sei zu verbessern. Klöppel verwies auf Schilf, das hier und da wachse und gedeihe.

Die Kosten bezifferte Klöppel mittlerweile auf 32,5 Millionen Euro. Eingepreist ist da allerdings schon ein 25-prozentiger Zuschlag für Unwägbarkeiten.

Was dennoch optimistisch stimmt: Das Gemeindeverkehrsfinanzierungsgesetz ist so geändert worden, dass der Bund auch einen Teil der Planungskosten übernimmt.

Für die Lumdtalbahn wird demnächst eine Testrechnung mit dem neuen Bewertungsverfahren durchgeführt. Auch Landrätin Anita Schneider unterstreicht, dass das Gespräch mit dem Bundesverkehrsminiterium sehr positiv verlaufen sei und man sich dort die Lumdatalbahn sehr wohl als »Pilotprojekt« vorstellen könne. Die weiteren Entscheidungen liegen derzeit bei Bund und Land und werden dort bearbeitet. Klöppel sagte: »Wir warten auf grünes Licht aus Berlin.«

Horlofftalbahn ab 2026 in Betrieb?

Bei der Horlofftalbahn läuft das Planrechtsverfahren bis 2024; im Jahr darauf soll dann gebaut werden, sodass zum Fahrplanwechsel 2026 die Züge in der Wetterau wieder rollen könnten. Wenn es denn keine Klagen gegen die Wiederaufnahme des Bahnbetriebs gibt und wenn die Bauarbeiten laufen wie geplant, etwa der Umbau am Bahnhof Beienheim, die elektronischen Stellwerke in Hungen und Reichelsheim sowie das Schließen von Bahnübergängen etwa an Feldwegen.

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