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Andreas Rink mit zwei seiner aktuellen Modelle. Links das Modell ist wenige Wochen alt (Spannweite 2,20m), rechts das Modell ist bereits 19 Jahre alt (Spannweite 2,45m). (F.: jow)

Warnung vor Giftspinnen

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Hüttenberg (jow). Andreas Rink aus Hüttenberg geht auf eine weitere Reise: Am Montag steigt er in den Flieger in die USA. Dort wird er selbst Flugzeuge fliegen lassen, allerdings im Kleinformat: Der dreifache Familienvater startet bei der Weltmeisterschaft der Modell-Segelflieger in "Lost Hills". Der Name spricht Bände: "So soll es dort auch aussehen", schmunzelt Rink. "Es wird vor Klapperschlangen, Skorpionen und giftigen Spinnen gewarnt." Die Temperaturen liegen voraussichtlich bei 25 Grad Celsius.

Zunächst wartet auf die Modelle die technische Abnahme, dann geht es für die Teilnehmer zur Eröffnungszeremonie. Die Weltmeisterschaften starten am Freitag mit dem Wettbewerb, in dem auch Andreas Rink an den Start geht: Es ist die Klasse F1A der Segelflugmodelle. Die Modelle werden dabei von den Teilnehmern per Laufstart in die Luft gebracht.

Die Sportgeräte sind maximal 250 Zentimetern breit und müssen ein Mindestgewicht von 410 Gramm haben. Sie werden mit einer 50 Meter langen Startleine auf Höhe gebracht. Binnen 60 Minuten können die Piloten ihren Startzeitpunkt frei auswählen. Es braucht also ein Gespür für die aufsteigenden Luftströme und die richtige Thermik.

180 Sekunden Flugzeit

"Manchmal werden Modelle sehr lange an der Leine gezogen, bis die Sportler sie freilassen", erklärt Rink. Das bedeutet, dass die Sportler gute Kondition benötigen. Sobald die Leine ab ist, geht es darum, ohne weiteren Einfluss des Piloten das Modell mindestens 180 Sekunden in der Höhe zu halten. Nach den absolvierten Durchgängen werden die erreichten Flugzeiten zusammengezählt. Haben mehrere Piloten die Maximalzeiten geflogen, gibt es ein Stechen mit verlängerten Flugzeiten, bei dem die Piloten im direkten Vergleich gegeneinander antreten.

Insgesamt 105 Sportler aus 38 Nationen treten in Rinks Wettbewerbsklasse an. Insgesamt 265 Teilnehmer zählt die Weltmeisterschaft. Im Anschluss an die WM nimmt Rink noch an einem weiteren Weltcup-Wettbewerb teil, bevor er zurück nach Deutschland reist.

Dass er an die Form Mitte der 1990er Jahre anknüpfen kann, glaubt Rink nicht. Damals hat er einige Erfolge bei nationalen und internationalen Meisterschaften einheimsen können. "Ganz vorne mitfliegen werde ich nicht können." Aber es geht ihm auch darum, mit Gleichgesinnten zu fachsimpeln, Netzwerke aufzubauen und Erfahrungen zu sammeln: "Ich will eine gute Zeit haben", meint er. Das kann man doppelt interpretieren. In Rinks Klasse gehen noch Frank Adamietz und Thomas Weimer an den Start. Die Kisten mit den Flugzeugmodellen stehen bereit. Fünf nimmt Rink mit, vier darf er während der WM einsetzen.

Wer sich über die Weltmeisterschaft informieren will, findet weitere Informationen auf https://www.modelaircraft.org/events/ fai-2019-f1abc. Interessenten können die Entwicklungen während der Weltmeisterschaft auch auf einem Blog der Fliegerszene verfolgen.

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