Wann muss geheizt werden?

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Gießen(pm). Noch ist der Sommer nicht vorüber, es könnten bis in den September hinein noch recht warme Tage kommen. Aber es kann auch zeitweise recht kühl werden, sodass man die Heizung vermisst. Welche Ansprüche Mieter haben, erläutert der Gießener Mieterverein.

Die Heizperiode dauert üblicherweise vom 1. Oktober bis zum 1. April - in diesem Zeitraum besteht eine Heizpflicht für Vermieter. Allerdings ist dies nur ein Richtwert, die tatsächlichen Pflichten des Vermieters richten sich vor allem nach den Außentemperaturen, und zwar unabhängig von der Jahreszeit. Sinkt also die Temperatur in der Wohnung auch im Sommer dauerhaft unter 18 Grad Celsius, dann kann man als Mieter gegenüber dem Vermieter Ansprüche geltend machen. Vor allem wenn es mehrere Tage hintereinander draußen so kalt ist, dass die Wohnung auskühlt, kann der Mieter verlangen, die Heizung wieder anstellen zu lassen.

Angemessene Temperaturen

Sinkt die Zimmertemperatur unter 16 Grad, muss der Vermieter sogar unverzüglich handeln. Geschieht dies nicht, kann eine Mietminderung bis zu 20 Prozent für den besagten Zeitraum verlangt werden. Im Winter sind bei einem Heizungsausfall übrigens bis zu 50 Prozent Minderung möglich.

Die Miete zu mindern, sollte jedoch das letzte Mittel in der Auseinandersetzung mit dem Vermieter sein. Schließlich kann das ohne Vorbereitung schnell schiefgehen. Eine rechtliche Beratung vorab und eine Fristsetzung zur Behebung des Mangels sollten dem vorausgehen. Ein Temperaturprotokoll anzufertigen, wäre etwa eine sinnvolle Herangehensweise, um dem Vermieter den Missstand aufzuzeigen und um das Heizen auch im Sommer zu erwirken.

In einigen Mietverträgen sind klare Mindesttemperaturen für Tag und Nacht während der Heizperiode festgelegt, in den meisten Vereinbarungen fehlen allerdings derlei Angaben. Dann kann man sich an der Rechtsprechung orientieren: 20 Grad bei Tag und 18 Grad in der Nacht wurden vom Landgericht Berlin als Mindesttemperaturen anerkannt. In Bädern gelten oft etwas höhere Werte, in Schlafzimmern und Fluren niedrigere. Im Übrigen variiert auch die Dauer von Tag und Nacht je nach Richterspruch. In der Regel jedoch wird die Zeit zwischen 7 und 23 Uhr als übliche Tagesstunden bezeichnet.

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