Die Waldhausstraße harrt der Sanierung. FOTO: SO
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Die Waldhausstraße harrt der Sanierung. FOTO: SO

Waldhausstraße erregt die Gemüter

  • Rüdiger Soßdorf
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Der Kreis will die Waldhausstraße zwischen Krofdorf und Salzböden teils auf die Kommunen übertragen, teils zurückbauen lassen. In Wettenberg formiert sich Widerstand.

So jedenfalls nicht! Das ist die klare Botschaft der Wettenberger Kommunalpolitik Richtung Kreis. Die Pläne, die dort für die Waldhausstraße zwischen Krofdorf und der Schmelzmühle geschmiedet werden, stoßen in Wettenberg nicht auf Gegenliebe. Insbesondere die vom Kreis geplante Abstufung der Kreisstraße zur Gemeindestraße sowie zwischen Waldhaus und Schmelz gar der Rückbau zum geschotterten Waldweg findet keine Zustimmung.

In einer (längst überfälligen) Aussprache haben die Gemeindevertreter am Donnerstag unter Vorsitz von Hans-Peter Steckbauer (SPD) einmal mehr en détail dargelegt bekommen, wie der Kreis die marode Chaussee an die Kommunen Lollar und Wettenberg sowie an Hessen Forst übertragen will. Der Kreis beabsichtigt eine entsprechende Rückstufung der Straße auf drei Abschnitten: Zwischen Salzböden und der Schmelz zur Lollarer Gemeindestraße, zwischen Schmelz und Waldhaus ein für Individualverkehr gesperrter Forstwirtschaftweg und zwischen Waldhaus und Krofdorf wieder Gemeindestraße.

Die Stadt Lollar kann sich darauf einlassen, wenn denn die Straße vorher saniert ist. Das soll in diesem Sommer geschehen. Dafür hat der Kreis Geld bereitgestellt. Auch Hessen Forst würde den mittleren Teil als geschotterten Waldweg wohl übernehmen, berichtet Bürgermeister Thomas Brunner.

Doch die Wettenberger wollen nicht mitmachen. "Da passt vieles noch nicht so recht zusammen", kritisiert Jürgen Quurck von den Grünen. Und CDU-Chef Dr. Gerhard Noeske plädierte im Interesse der Bürger und des beliebten Ausflugslokals Schmelzmühle für eine durchgängige Befahrbarkeit der Straße. Dem pflichtete auch der SPD-Fraktionsvorsitzende Dr. Uli Ellinghaus bei: Die Straße hat eine touristische Funktion, dient den Naherholungssuchenden. Dazu sei es die direkte Verbindung nach Salzböden, die Straße werde von Hessen Forst benötigt und sei (wenn sicher befahrbar) ein beliebter Radweg. Werde der mittlere Abschnitt gesperrt und geschottert, dann fielen drei der vier Funktionen weg.

"Der vom Kreis vorgelegten Vereinbarung kann man so nicht zustimmen!", sagte der SPD-Chef. Wie auch Noeske plädierte er dafür, die Straße für den Pkw-Verkehr zu ertüchtigen. Forderung der CDU darüber hinaus: Hessen Forst respektive die Waldbesitzer sollten ihren finanziellen Anteil dazu beitragen, wenn die Straße so ausgebaut werden solle, dass sie auch für schwere Holzlaster befahrbar sei.

Just dieser Ausbau der Straße erregt die Gemüter: Denn die Straßenbehörde Hessen-Mobil, vom Kreis mit den Planungen betraut, schlägt einen "Ausbau light" vor. Der Abschnitt zwischen Krofdorf und dem Waldhaus sollte auf vier Metern Breite neu hergerichtet werden - mit acht Zentimeter Asphalt-Tragschicht und vier Zentimeter Asphalt-Deckschicht. Die Kosten für den rund 4,5 fünf Kilometer langen Abschnitt würden damit bei rund einer Million Euro liegen.Das sei ein schlechterer Ausbau-Standard als in einer Wohnstraße, die nur gelegentlich mit Lkw belastet würde, kam prompt Kritik von Fachleuten in der Wettenberger Gemeindevertretung. Hier sollte eine günstige Lösung geschaffen werden, um die Straße dann der Gemeinde zu überlassen - die dann in wenigen Jahren wieder mit einer von Holzlastern ruinierten Farbahn umzugehen habe. Von einer "Mogelpackung" sprach gar der Grünen-Fraktionsvorsitzende Matthias F. Schulz. Grundsätzliche Kritik der Wettenberger: Der Landkreis schreibe sich sonst Tourismus auf die Fahne - auch Radtourismus. Nur eben hier bei der landschaftlich schönen Waldhausstraße nicht.

Der Infrastrukturausschuss wird sich des Themas annehmen - und Bürgermeister Thomas Brunner hat ein erstes klares Signal, das er jetzt dem Kreis übermitteln kann.

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