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Gut 30 Eltern verfolgen am Montagabend die Beratungen des Fachausschusses zur Waldgruppe Freienseen.

Waldgruppe als eigenständige Kita?

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Laubach (tb). Der Protest gegen die Versetzung einer Erzieherin aus der Waldgruppe der Kindertagesstätte Freienseen ebbt nicht ab. Sprecher der Eltern bekräftigten am Montag vor dem Sozial- und Kulturausschuss des Stadtparlaments ihre Kritik am Oberhessischen Diakoniezentrum (OD). Neu dieser Vorschlag: Trennung von Haus- und Waldgruppe, Bildung eigenständiger Kindergärten, doch weiter in Trägerschaft des OD.

Klug: Trennung hieße Mehrkosten

Bürgermeister Peter Klug stellte am Montag eines wiederum klar: "Dem Stift obliegt die ausschließliche Personalhoheit." So sei es im Vertrag mit der Stadt festgehalten. Auf Grünen-Antrag aber nahm sich der Sozialausschuss nun dennoch der Sache an. "Auch wenn er inhaltlich nichts zu beschließen hat", wie Anne Sussmann als Vorsitzende klarstellte.

Nina Lingner und Maike Engeln schilderten, was aus Elternsicht schiefgelaufen war. Immerhin 13 Kritikpunkte, fast alle "im Widerspruch zum Leitbild" des Arbeitgebers. Etwa die Versetzung der Erzieherin und Mitbegründerin der Waldgruppe in nur drei Werktagen und ohne die laut Kirchengesetz verlangte vorherige Zustimmung der Mitarbeitervertretung. "Ein Rechtsbruch", der allein schon das Mitspracherecht der Stadt rechtfertige. Mangelnde Transparenz und Kommunikation mit dem Elternbeirat, Verstöße gegen das Konzept der Kita (Wegnahme einer Bezugsperson) lauteten weitere Kritikpunkte.

Widerspruch auch zur publizierten Darstellung des OD, wonach eine Versetzung nur die ultima ratio sei, nachdem Gespräche, Team- und/oder Einzelsupervisionen sowie Teambildungsmaßnahmen nichts bewirkt hätten. Dazu die Elternsprecher: "Die Gespräche haben in einer völlig unzureichenden Weise stattgefunden." Statt Teamleitungskompetenz sei "Leichtfertigkeit der Personalentscheidung" zu konstatieren. Auch die ungewisse Zukunft der Waldgruppe, da beide Erzieher/Innen in Bälde gingen, sprachen Lingner und Engeln an. Und schlugen schließlich die Trennung von Wald- und Hausgruppe vor. Womit auch das Konfliktpotenzial beseitigt würde. Gretchenfrage für die Eltern: "Ginge die Stadt den Weg mit?"

Dr. Simone Egbert, Bereichsleitung Kinder- und Familienarbeit beim OD, räumte Fehler im Ablauf ein, doch sei nun mal Handlungsspielraum gering. "Freienseen" liege ihr am Herzen, beide Gruppen leisteten gute Arbeit, so sollte es bleiben. Schon aus organisatorischen Gründen (etwa Unterbringung bei extremem Wetter) sei sie gegen eine Trennung. Sofern es aber so sein solle, hätte die Stadt über eine Kostenübernahme und die Fachaufsicht beim Kreis über die Betriebserlaubnis zu befinden. Was die von Eltern angesprochenen Interna angeht: "Die kann und will ich nicht ausbreiten."

Gabi Schäfer-Klaus (Leitungsteam) widersprach einem "Rechtsbruch": Die Mitarbeitervertretung habe gar keinen Beschluss gefasst zur Versetzung gefasst, vielmehr um eine Mediation gebeten.

"Ich habe mit Eltern gesprochen, bin erschrocken, wenn es wahr ist, wie hier mit dem Personal umgegangen wurde, zumal es sich hier um die Diakonie handelt", meinte Dirk Hofmann (FBLL). Und rügte Versäumnisse im Vorfeld, etwa kein Mediationsverfahren. Apropos Wahrheit: "Wir kennen nun mal die Interna nicht", sagte Axel Düringer (CDU). Doch gehörten Personalfragen zum Schutz der Beteiligten ohnehin nicht in die Öffentlichkeit. Vielleicht finde sich ja im Stiftungsrat noch eine Lösung. Dass eine eigenständige Kita erhöhte Personalkosten bedeuten würde, erklärte Klug.

Was die Kritik an der Personalführung angeht, waren sich Klug und Kühn einig: "Wenn es so war, sollte man zum Arbeitsgericht gehen." Am Ende aber sagte der Stadtverordnetenvorsteher den Eltern zu, man werde an der Sache dranbleiben und - auch was eine eigenständige Kita angeht - beraten und mit der Diakonie sprechen.

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