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Der Andachtsplatz im FriedWald in Lich. ARCHIVFOTO: US

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Waldfriedhof statt FriedWald?

  • Ursula Sommerlad
    vonUrsula Sommerlad
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Waldbestattungen liegen im Trend. Auch der FriedWald in Lich wird gut angenommen. Jetzt will sich die Stadt von der FriedWald GmbH trennen und den Bestattungswald ab 2022 in Eigenregie betreiben.

Auf eine Feststellung legt Bürgermeister Dr. Julien Neubert Wert: »Es gibt keinen Streit.« Nur nackte Zahlen. Und die sprechen aus Sicht des Magistrats dafür, die Kooperation mit der FriedWald GmbH in Griesheim zum Ende dieses Jahres zu kündigen, und den Bestattungswald künftig in eigener Regie zu betreiben. »FriedWald« dürfte er dann allerdings nicht mehr heißen, denn dieser Name ist geschützt. Der Magistrat schlägt stattdessen »Waldfriedhof Lich« vor. Am kommenden Mittwoch soll der Haupt- und Finanzausschuss, der als Corona-Parlament tagt, darüber entscheiden.

Kurze Rückblende: Nach mehrjähriger Planungsphase war der FriedWald an der Hattenröder Straße in Lich am 1. Juli 2017 in Betrieb genommen worden. Die Grundlage bildet ein Kooperationsvertrag zwischen der Stadt und der FriedWald GmbH. Weil das Unternehmen die Bestattungsbäume aussucht, eine abgespeckte Version der Verwaltungssoftware zur Verfügung stellt und das Marketing übernimmt, stehen ihr 47 Prozent aus dem Verkauf der Grabnutzungsrechte zu. Seit der Eröffnung hat die Stadt bereits eine Umsatzbeteiligung in Höhe von 259 703,20 Euro gezahlt, Tendenz steigend. Allein in den ersten elf Monaten des vergangenen Jahres waren es 84 919,60 Euro.

Der Magistrat hat nun eine Gegenrechnung aufgemacht und ist zu dem Schluss gekommen, dass sich die Stadt durch den Betrieb in Eigenregie auf Dauer besser stellen würde. Die jährlichen Kosten für Software-Wartung und Info-Material beziffert der Bürgermeister auf zusammen 6000 Euro, für den Erwerb der Software müsse man einmalig 15 000 Euro zahlen. Zudem habe die FriedWald GmbH ein Anrecht auf Erstattung von Planungskosten in Höhe von gut 23 000 Euro sowie einer einmaligen Zahlung von 25 000 Euro, die ihr im Falle einer vorzeitigen Kündigung nach vierjähriger Betriebszeit zusteht. Unterm Strich kommt der Bürgermeister zu dem Schluss, dass der alleinige Betrieb für die Stadt »deutlich rentabler« sei.

Seit der Eröffnung am 1. Juli 2017 wurden im FriedWald nach Angaben des Bürgermeisters 154 Verstorbene bestattet. Allein 2020 waren es 68.

Im FriedWald in Lich sind verschiedene Bestattungsformen möglich. Familien- oder Freundschaftsbäume bieten in ihrem Wurzelraum Platz für acht Urnen und sind als Ruhestätten für ganze Familien oder Freundeskreise gedacht. Daneben gibt es Einzel- oder Partnerbäume und Gemeinschaftsbäume mit jeweils zehn Einzelruheplätzen. Die Preise richten sich nach der Bestattungsform sowie nach Alter, Art und Lage des Baumes. us

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