Vorsorgevollmacht und Patientenverfügung

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Gießen (pm). Zum internationalen Tag der Pflege am kommenden Mittwoch, 12. Mai, veranstalten die Beratungs- und Koordinierungsstelle für ältere und pflegebedürftige Menschen (BeKo) und der Pflegestützpunkt des Landkreis gemeinsam einen Telefonaktionstag zum Thema Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung.

Für ein selbstbestimmtes Leben im Alter und bei Krankheit ist folgende Frage wichtig: Was ist die richtige Vorsorge für den Ernstfall? Jeder Mensch kann in eine Situation kommen, in der er seine Wünsche nicht mehr äußern oder Entscheidungen nicht mehr selbstständig treffen kann. »Die Frage nach der richtigen Vorsorge stellen sich viele Menschen leider oft erst dann, wenn der Ernstfall bereits eingetreten ist«, sagt BeKo-Beraterin Christina Keißner. Gerade bei einer Demenzerkrankung sei es wichtig, noch den richtigen Zeitpunkt zu finden, erklärt Keißner.

Auch Angehörige brauchen Vollmacht

Es fällt vielen Menschen schwer, in diesem Bereich Entscheidungen zu treffen. Oftmals gibt es viele offene Fragen. Etwa jene: Was kann man mit welcher Vollmacht regeln? Benötigt man dazu einen Rechtsanwalt? Wo hinterlegt man die Patientenverfügung oder die Vorsorgevollmacht? »Wir möchten mit dieser Telefonaktion den Einstieg in das Thema Vorsorge erleichtern«, sagt Marco Schulte-Lünzum, Vorsitzender des BeKo-Trägervereins. »Es kann helfen, Schritt für Schritt vorzugehen und herauszufinden, welches Dokument persönlich das Wichtigste ist, und erstmal damit anzufangen.«

Viele glauben, dass automatisch Ehepartner, Eltern oder Kinder an ihrer Stelle entscheiden dürfen. Das ist jedoch nicht der Fall, auch Angehörige benötigen dafür eine Vollmacht. Liegt keine vor, muss das Gericht gegebenenfalls eine gesetzliche Betreuung anordnen. »Wenn Sie das verhindern wollen, ist es notwendig, rechtzeitig eine Vorsorgevollmacht aufzusetzen«, sagt Christa Christ, Beraterin des Pflegestützpunktes. »Eine gesetzliche Betreuung wird immer dann notwendig, wenn ein Mensch seine Angelegenheiten nicht mehr selbst regeln kann und keine Vorsorgevollmacht vorliegt - oder diese nicht gilt.«

Interessierte können sich zum Thema Vorsorgevollmacht, Betreuungsverfügung und Patientenverfügung am Mittwoch, 12. Mai, von 9 bis 16 Uhr an die Mitarbeiter der BeKo unter der Telefonnummer 06 41/97 90 09 0 und die Beschäftigten des Pflegestützpunktes unter den Telefonnummern 06 41/20 91 64-96 oder -97 wenden. Die Beratung ist kostenlos.

Die BeKo und der Pflegestützpunkt sind auch während des Lockdowns weiterhin telefonisch, per Videotelefonie oder persönlich für alle Ratsuchenden da. Pflegebedürftige, Hilfebedürftige und ihre Angehörigen erhalten Beratung und Hilfestellung zum Thema Alltagsbewältigung, zur wohnortnahen Versorgung und Betreuung sowie zur Inanspruchnahme von Leistungen.

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