Vorreiterrolle im Naturschutz

  • VonConstantin Hoppe
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Gießen (con). Seit 30 Jahren koordiniert die Landschaftspflegevereinigung Gießen (LPV) verschiedenste Naturschutzmaßnahmen. Damit hatte der gemeinnützige Verein zu seinem runden Geburttag einiges zu feiern. Vereinsmitglieder trafen sich auf dem Saasener Sportplatz, der mitten im Wingertsberg liegt, einem der Naturschutzprojekte der LPV. Dabei waren rund 50 Vertreter der Landschaftspflegevereinigung Gießen, die zu den Mitgliedern gehören oder in Kooperationen mit dieser zusammenarbeiten.

Mehr als 100 Naturschutzprojekte hat die LPV in den vergangenen 30 Jahren umgesetzt. Dass das immer funktioniert hat, ist keine Selbstverständlichkeit.

Breite Artenvielfalt

»Der Landschaftspflegeverband war nicht immer in einer finanziell stabilen Lage und musste zeitweise sogar durch Kredite aus öffentlicher Hand gestützt werden«, berichtete Dr. Christiane Schmahl als Vorstandssprecherin. »Dennoch war der Überlebenswille stark, die LPV fand ihren Weg aus der Krise.« Die Geschäftsstelle wanderte in diesen Jahren durch die Kommunen. Heute ist sie in Reiskirchen ansässig.

Landrätin Anita Schneider, der Reiskirchener Bürgermeister Dietmar Kromm sowie Dr. Dietmar Simmering vom Deutschen Verband für Landschaftspflege richteten zur Jubiläumsfeier Grußworte an den Verein. Dabei betonte Simmerig: »Die LPV Gießen hat eine Vorreiterrolle, nicht nur in Hessen, sondern in der gesamten Bundesrepublik.«

Ihr Wirken lasse sich auf dem Wingertsberg gut erkennen: Seit 16 Jahren ist die Vereinigung dort aktiv und bindet örtliche Akteure und Landwirte in die Umsetzung ein. Der Wingertsberg ist ein historisches Weidegebiet mit kleinen eingestreuten Äckern im Umfeld des Sportplatzes. Mit seinen vielen Obstbäumen diente es früher der Versorgung der Grundstückseigentümer mit eigenem Obst. Mit den Veränderungen in der Landwirtschaft und im Kaufverhalten wurden die Flächen mehr und mehr uninteressant.

Ziel der Naturschutzmaßnahme ist die Wiederaufnahme der Nutzung auf dem Wingertsberg und die Entwicklung von Magerrasen, in Teilen mit Obst, sowie die Freilegung von Steinlesewällen und -haufen. So soll eine breite Artenvielfalt ein Zuhause finden. Erfolge sind schon zu sehen: Neben dem Knolligen Hahnenfuß und dem Hasenklee sind verschiedene Arten der Glockenblume oder die Heidenelke zu finden.

Beim Jubiläum stellte sich der neue Geschäftsführer der LPV, Fabian Zech, vor. Mit Ingrid Moser, Hans Bausch und Hans-Erich Wissner wurden drei Mitglieder für ihre Treue seit Gründung der LPV ausgezeichnet.

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