Wilken Gräf Gesangverein Harmonie
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Wilken Gräf Gesangverein Harmonie

"Der Vorfall war immer und überall Thema"

  • vonChristina Jung
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Das Verbrechen an Carsten Drozella geschah während der Kirmesfeierlichkeiten. Was bedeutete es für das Volksfest? Wilken Gräf, damals und heute im Vorstand des verantwortlichen Gesangvereins Harmonie, erinnert sich.

Wie erfuhren Sie damals von dem Verbrechen in der Nacht des Discoabends?

Am nächsten Tag. Die Verantwortlichen haben sich morgens zum Aufräumen im Festzelt getroffen, um alles für den Ortsliedertag vorzubereiten, der damals immer am Kirmessamstag über die Bühne ging. Die Polizei kam gegen Mittag und befragte die Leute. Aber von uns hatte niemand etwas gehört oder gesehen.

Was bedeutete diese Tat für den weiteren Verlauf der Kirmes?

Am Samstagabend kam noch einmal die Polizei, um mögliche Zeugen zu finden, und befragte die Besucher. Und natürlich war der Vorfall immer und überall Thema. Immer wieder wurden Fragen wie "Hast du das gehört?" oder "Weiß man schon etwas Näheres?" gestellt. Ansonsten lief die Kirmes ab wie geplant.

Keine verstärkten Sicherheitsmaßnahmen?

Nicht, dass ich wüsste. Für größere Veränderungen war es ohnehin zu kurzfristig. Aber es gab meiner Erinnerung nach auch keine spürbar verstärkte Polizeipräsenz an den folgenden Tagen.

Und wie sah es in den kommenden Jahren aus? Wurden Veränderungen am Sicherheitskonzept vorgenommen?

Sicherheitskonzepte, wie wir sie heute kennen, gab es zu dieser Zeit ja gar nicht. Also konnte man auch nichts überarbeiten. Dennoch wurden in den Folgejahren die Vorkehrungen in punkto Sicherheit verstärkt. Irgendwann gehörte die Security beim Discoabend zum Standard, weil es aufgrund von zunehmenden gewalttätigen Vorfällen infolge starken Alkoholgenusses notwendig wurde. Das Komasaufen kam in Mode. Der Fall Drozella hatte damit aber nichts zu tun. ti/FOTO: ARCHIV

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