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Freuen sich auf die 24. Mädchenaktionstage an der Gesamtschule Gleiberger Land Wettenberg:(v. l.) Nadya Homis, Hans-Peter Stock, Julia Szraucner, Claudia Kopsch und Gabriel Verhoff.

Von Hip-Hop bis Waldbaden

  • Susanne Riess
    VonSusanne Riess
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Neues entdecken, kreativ sein und sich ausprobieren - all das steht im Mittelpunkt der Mädchenaktionstage am 13. und 14. Oktober an der Gesamtschule Gleiberger Land in Wettenberg. Eingeladen sind Mädchen ab elf Jahren aus dem Landkreis und der Stadt Gießen.

Die Mädchenaktionstage sind ein Kooperationsprojekt des Jugendbildungswerks des Landkreises Gießen und des Facharbeitskreises Mädchenarbeit im Landkreis. In diesem Jahr finden sie bereits zum 24. Mal statt. Durchgeführt werden die Aktionstage in Kooperation mit verschiedenen Trägern.

Gastgeber ist in diesem Jahr die Gesamtschule Gleiberger Land - zum zweiten Mal nach 2015. »Wir haben gute Erinnerungen daran und unterstützen es sehr gerne, wenn man Kindern und Jugendlichen sinnstiftende Angebote für die Ferien bieten kann«, sagt Schulleiter Gabriel Verhoff. »Seine« Schule sei durch ihre Lage in Waldnähe geradezu perfekt dafür geeignet.

Auf die Teilnehmerinnen wartet in der ersten Herbstferienwoche ein buntes und abwechslungsreiches Programm, das die Verantwortlichen gestern vorgestellt haben. Insgesamt stehen elf Workshops zur Auswahl, von Hip-Hop über Taschen nähen bis hin zu Theater oder Waldbaden. »Wir versuchen, vielfältige Themen aus den Lebenswelten der Mädchen aufzugreifen, aber eben nicht nur. So können sich bei uns zum Beispiel auch Mädchen beim Skaten ausprobieren, ohne skeptische Blicke von Jungs zu kassieren«, betont Nadya Homsi vom Jugendbildungswerk des Landkreises Gießen.

Dass die Mädchenaktionstage trotz der Corona-Pandemie stattfinden können, ist den Verantwortlichen immens wichtig. »Wir müssen alles daran setzen, den jungen Menschen die Möglichkeit zu geben, zurück in die Normalität zu gelangen«, bekräftigt Hans-Peter Stock, Jugenddezernent des Landkreises Gießen. »Die Mädchen sollen sehen, dass sie wichtig sind.«

Einziger Wermutstropfen: das Programm ist - wie bereits 2020 - aufgrund von Corona auf zwei Tage zusammengekürzt, vor der Pandemie umfasste es drei Tage. Auch auf eine gemeinsame Übernachtung müssen die Teilnehmerinnen in diesem Jahr verzichten. Doch das tut der Vorfreude keinen Abbruch.

»Die Mädchen haben unter der Pandemie sehr gelitten. Hier haben sie nun die Möglichkeit, sich neu zu entdecken. Und zwar ganz frei von männlichen Themen«, sagt Claudia Kopsch vom regionalen Diakonischen Werk Gießen. Gleichzeitig ist sie auch Sozialarbeiterin an der Gesamtschule Gleiberger Land. Sie kennt somit die Probleme, Nöte und Ängste der Kinder und Jugendlichen.

Die Mädchenaktionstage haben mittlerweile ihren festen Platz in der Angebotsstruktur für Jugendliche im Landkreis Gießen. Für den Facharbeitskreis Mädchenarbeit ist es jedes Jahr das größte Projekt. »Die Planungen hierfür beginnen bereits im Frühjahr«, sagt Julia Szraucner, eine der beiden Geschäftsführerinnen vom Arbeitskreis Mädchenarbeit.

Mit der Resonanz auf die Veranstaltung sind alle Beteiligten durchweg zufrieden. Jedes Jahr kommen etwa 70 Teilnehmerinnen aus dem kompletten Landkreis, viele sind sogar mehrmals dabei. »Unser Anspruch ist, dass wir alle erreichen wollen, von der Förderschülerin bis zur Gymnasiastin. Ein hoher Personalschlüssel gewährleistet zudem, dass alle gut betreut werden«, betont Szraucner.

Ihren Abschluss wird die Veranstaltung am Donnerstag, 14. Oktober, traditionell mit einer Girls-Parade vor dem Rathaus finden. Die Mädchen ziehen ab 15 Uhr wie bei einer Demo mit selbstgestalteten Plakaten durch den Ort und setzen sich für Ziele und Anliegen ein, die ihnen wichtig sind.

Ab kommender Woche werden Flyer und Plakate an den Schulen im Landkreis verteilt. Anmeldungen sind ab sofort und noch bis zum 27. September möglich. Weitere Infos gibt es auf der Homepage www.jugendfoerderung-lkgi.de.

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