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Vom Charme eines Schlosses…

  • Philipp Keßler
    VonPhilipp Keßler
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(phk). Die Frage nach seinem Lieblingsort in der Gemeinde Buseck kann GAZ-Redakteur Jonas Wissner wie aus der Pistole geschossen beantworten: der Schlosspark. »Er ist ein Juwel«, sagt »jwr«, der dieses aber auch erst spät für sich entdeckt hat. Der gebürtige Allendorfer (siehe Text auf der nächsten Seite) hatte in seiner Kindheit und Jugend »kaum Bezug« zur Nachbargemeinde, höchstens mal mit der Fußball- oder der Tischtennismannschaft.

»Von meinen vier Kommunen war es daher die, in die ich mich am meisten einarbeiten musste, als ich das Gebiet übernommen habe. Aber mittlerweile kann ich das Navi bei Terminen immer öfter auslassen«, sagt der 35-Jährige, der neben Buseck und Allendorf auch für Lollar und Staufenberg zuständig ist.

Doch die Wolken über »einem der schönsten Rathäuser im ganzen Landkreis« waren zuletzt eher dunkel: Das kriminelle Betrugssystem eines - inzwischen ehemaligen - Mitarbeiters der Verwaltung, der so über 50 000 Euro ergaunert haben soll, bestimmte zuletzt die Schlagzeilen - aus politischer und juristischer Sicht. Für Wissner war und ist das nach eigenen Angaben eine journalistische Herausforderung. Doch auch sonst habe Buseck mit seinen fünf Ortsteilen viel zu bieten.

Zwischen Gewerbe und Lebensqualität

Etwa die Gewerbegebiete in Großen- und Alten-Buseck, in denen nicht nur die Gewerbesteuern sprudeln, sondern sich auch die unterschiedlichsten Firmen niedergelassen haben - darunter zwischenzeitlich die über die Grenzen der Region hinaus bekannte Sammler- und Hobbywelt, deren Gelände nun auf die weitere Nutzung wartet. Gleichzeitig sorge das aber auch für viel Verkehr. Zudem ist das Thema Kinderbetreuung in der wachsenden Gemeinde ebenso ein Dauerbrenner wie die Ausweisung von Bauland für Neubaugebiete. Und dann gibt es da noch das große Engagement vieler Bürger in Großen-Buseck, die das Freibad im Ort reaktivieren wollen. »Das ist schon außergewöhnlich«, sagt Wissner. »Momentan sieht es wirklich danach aus, dass mit relativ geringem Kostenanteil der Gemeinde etwas Cooles entstehen kann. So etwas macht eine Kommune attraktiv, das hätte ich mir als Kind auch gewünscht.« Und der Betrieb des Hallenbades durch einen eigenen Verein zeige, dass der Betrieb eines Schwimmbads möglich ist, während anderswo reihenweise Bäder geschlossen würden.

Die Verteilung der Themen zeigt aber auch: Der Fokus liegt oft auf Großen-Buseck, dem größten Ortsteil, in dem die Politik ihren Sitz hat. Doch auch die Dörfer rundherum sind lebenswert, zeichneten sich mitunter durch mehr Ruhe, größere Naturnähe und lebendige Ortsgemeinschaften mit vielen Vereinen aus - bis hin zum »Schweizerverein Mittelhessen«, der in Trohe mit begründet wurde.

Engagement für die Zukunft

Dass es für Engagement mit Blick auf die Zukunft keine große Stadt braucht, zeigen Initiativen wie die seit vielen Jahren aktive Jugendarbeit, die einige heutige Parlamentsmitglieder zum Sprung in die Politik genutzt haben, der Fokus auf den Klimaschutz durch die Benennung einer Klimaschutzbeauftragten als eine der ersten Kommunen im Kreis, die genossenschaftlich organisierte Sonnenland Energiegesellschaft, die in Oppenrod und andernorts Solaranlagen zur Stromerzeugung betreibt oder der Einsatz für den Hochwasserschutz, der erst kürzlich im Ortsteil Beuern verbessert worden ist.

Das alles und mehr mache die Betreuung der Kommune zu einer interessanten Aufgabe, sagt Wissner. Und natürlich die Tatsache, dass Buseck »politisch immer eine Überraschungskiste ist«, denn das gelte auch abseits von Affären angesichts eines stets lebhaften Parlaments.

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