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Bürgermeister Klug (l.), Landrätin Schneider und Laubachs ehemaliger ehrenamtlicher Radwegebeauftragter Dr. Kammer vorneweg bei der Eröffnung des Radwegs.

Dem Vogelsberg ein Stück näher

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Laubach (tb). Die Einsicht setzt sich immer mehr durch, schon gar in Zeiten des Klimawandels: ohne gutes Radwegenetz keine gute Infrastruktur. Und zwar, was den Freizeit- wie den Alltagsverkehr angeht. Einen weiteren Schritt vorangekommen ist hier die Stadt Laubach: Gestern Mittag wurde ein 1,7 Kilometer langer Abschnitt von der Stadtmitte zum Ausflugslokal "Laubacher Wald" eröffnet. Jetzt fehlen nurmehr zwei Teilstücke, und der Radweg auf der alten Bahntrasse Hungen-Freienseen ist komplett.

"Am Wochenende hatten wir bereits drei Pärchen, die vom Radweg erfahren und bei uns übernachtet haben", erzählte Udo Schmidt den Gästen der kleinen Eröffnungsfeier unweit seines Hotels. Jene Stadtväter und Touristiker hörten es wohl, die darauf hoffen, die Investitionen ins Radwegenetz mögen sich auszahlen.

Nun eröffneter Abschnitt kostete immerhin 450 000 Euro, allein 300 000 Euro jedoch hat das Land zugeschossen. Hier gewährte Zuschussquoten von bis zu 75 Prozent zu nutzen, dazu forderte Landrätin Anita Schneider die Kommunen auf. Als verbesserungswürdig erachtete die SPD-Politikerin allerdings und mit Blick auf die bereits sieben touristischen Radwege im Gießener Land die Antragsbearbeitung. "Zügiger", so höre man aus Wiesbaden, "ginge es mit einem Gesamtkonzept". Dafür will der Kreis nun Sorge tragen, den Radwegeverkehrsplan fertigstellen. Zwecks besserer und zugleich gut beschilderter Verbindungen.

Der Verkehrsplan, so Schneider weiter, dürfe dabei nicht mehr wie in der Vergangenheit die Anbindung an Gießen in den Fokus rücken. "Es braucht vielmehr Querverbindungen, über den ganzen Kreis hinweg, Anschlüsse an die Bahnhöfe", meinte die Chefin der Kreisverwaltung und zitierte Untersuchungen, nach denen jeder zehnte Bundesbürger das Fahrrad auch im Alltagsverkehr nutzen möchte. Ein Interesse, das mit dem E-Bike weiter verstärkt werde.

Schneider würdigte am Ende ausdrücklich Laubachs Stadtväter und -mütter, die sich in diesem Sinne engagierten. "Sie machen das richtig, das ist eine gute Investition."

Bürgermeister Peter Klug skizzierte das weitere Vorgehen bis zum erwähnten Lückenschluss: In der Planung befindet sich der drei Kilometer lange Abschnitt von Röthges (Feldgemarkung "Sträuches") ins Industriegebiet Laubach, der im September zur Förderung angemeldet, 2020 realisiert werden soll - ein Zuschuss vorausgesetzt.

Gemäß Parlamentsbeschluss wird dieses Teilstück vorgezogen, zulasten der letzten Kilometer auf der alten Bahnstrecke, vom "Laubacher Wald" bis Freienseen führen. Hier ist die Trassenführung wieder offen, will die Stadt doch nochmals das Gespräch mit dem Eigner des Tunnels sowie eventuellen Partnern wie NABU und Denkmalschutz suchen. Bisher war eine Nutzung, das heißt die Durchfahrung der 200 Meter langen Röhre als der Attraktion des Radwegs, vor allem am Kaufpreis gescheitert. Klug ließ nicht unerwähnt, dass für das Endziel "Anbindung an Vulkanradweg" ebenso Grünberg und Mücke gefragt seien. Das aber liegt noch in der Ferne. Gestern aber freuten sich die "Premierengäste" - darunter Laubachs ehemaliger Radwegebeauftragter Dr. Ulrich Kammer (92) - fürs Erste über die neue Verbindung. Mithin eine weitere Annäherung an den Vogelsberg als bedeutender Destination für Aktivurlauber.

Dafür wurde das Schotterbett von Bewuchs befreit und profiliert, kam am Ende eine insgesamt elf Zentimeter starke Asphaltschicht auf den alten Bahndamm. Schließlich waren zwecks Verkehrssicherung noch 320 Meter Geländer zu installieren.

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