2019 gab es 37 Weißstorchbrutpaare im Kreis. SYMBOLFOTO. DPA
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2019 gab es 37 Weißstorchbrutpaare im Kreis. SYMBOLFOTO. DPA

252 Vogelarten

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Der Kreisverband des Naturschutzbundes (NABU) hat seinen vogelkundlichen Jahresbericht veröffentlicht. Mehr als 60 000 Meldungen von 202 Beobachtern wurden dafür ausgewertet. Demnach wurden im vergangenen Jahr 252 Vogelarten im Landkreis Gießen gesichtet.

"Außer einigen überraschenden Nachweisen seltener Arten gab es auch erfreulich positive Brutfeststellungen", schreibt der NABU in einer Pressemitteilung. Etwa 37 Brutpaare bei den Weißstörchen oder aber 34 Brutpaare beziehungsweise Brutreviere bei den Schwarzkehlchen. Zudem wurde auch zunehmend die kleinste Eule Deutschlands, der Sperlingskauz, im Kreisgebiet beobachtet.

Zu den nachgewiesenen seltenen Arten gehören die Beutelmeise, der Rohrschwirl, der Drosselrohrsänger und der Gelbspötter. Dazu erfolgten jeweils Meldungen aus dem Sommer mit Brutverdacht. Erstmals brütete hierzulande zudem ein Paar Bienenfresser. Dies, so der NABU, sei in Verbindung mit der Klimaerwärmung zu sehen.

Dagegen sei die Anzahl der sogenannten Offenlandarten weiter stark abnehmend. Einige seien hierzulande als Brutvögel bereits verschwunden wie etwa der Wiesenpieper oder die Heidelerche. Bei anderen Arten wie beim Braunkehlchen stehe dies kurz bevor. Wieder andere Arten wie der Wendehals oder die Turteltaube halten sich seit Jahren auf niedrigem Niveau.

Blühstreifen förderlich

Bei Arten wie der Grauammer oder dem Schwarzkehlchen gebe es zumindest "eine leichte Erholung", schreibt der NABU. Ursächlich dafür seien gezielte Maßnahmen in den Auen und vermehrte Blühstreifen.

Bei sehr sensiblen Vogelarten und auch bei windkraftrelevanten Vogelarten, wie Greifvögeln, wurden die Orte ungenauer dargestellt, da diese Arten auch durch die Beseitigung von Horstbäumen in der Nähe von geplanten Anlagen gefährdet sind. Laut NABU gebe es auch dafür im Kreis Gießen deutliche Hinweise.

Der vogelkundliche Jahresbericht des NABU enthält neben jener detaillierten und kommentierten Statistik auch Berichte wie etwa eine Auswertung zu "60 Jahre Nistkastenkontrollen in der Gemarkung Krofdorf-Gleiberg" von Dr. Tim Mattern. Bezogen werden kann der Bericht für sechs Euro plus Versandkosten bei Lioba Krämer, Telefon 06 40 6/77 04 5 oder per E-Mail an lioba.kraemer@t-online.de.

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