Mit dem Motto "Mach doch, worauf Du Lust hast" wirbt die IHK für die Messe. FOTO: PM
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Mit dem Motto "Mach doch, worauf Du Lust hast" wirbt die IHK für die Messe. FOTO: PM

Virtuelle Ausbildungsmesse startet

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Am kommenden Montag eröffnet die Industrie- und Handelskammer Gießen-Friedberg ihre erste virtuelle Ausbildungsmesse. Im Interview erläutert IHK-Präsident Rainer Schwarz, was sich Anbieter von der Veranstaltung versprechen und was die Besucher erwartet.

Coronabedingt kann die Ausbildungsmesse der IHK, der Berufswegekompass, nicht stattfinden. Sie laden unter dem Motto "Mach doch, worauf Du Lust hast" zu einer virtuellen Messe ein. Wie muss man sich das vorstellen?

Rainer Schwarz: Wie auch der Berufswegekompass möchte unsere virtuelle Messe ausbildungswillige junge Menschen und Unternehmen, die Auszubildende suchen, zusammenbringen. Bei einem virtuellen Rundgang durch die Gießener Kongresshalle können interessierte Jugendliche und natürlich auch deren Eltern regionale Unternehmen aus den unterschiedlichen Branchen kennenlernen und sehen, wie in den einzelnen Berufen gearbeitet wird. Gewerblich-technische Berufe werden dabei ebenso vertreten sein wie kaufmännische.

Die Besucher haben die Möglichkeit, Fragen, zum Beispiel über die Dauer der Ausbildung, die Verdienstmöglichkeiten oder mögliche Zukunftsperspektiven, per E-Mail an die jeweiligen Arbeitgeber zu richten. Unsere digitale Plattform verfügt über ein zeitgemäßes, ansprechendes Layout und will Lust darauf machen, mehr über die Ausbildungsbetriebe zu erfahren. Und das Beste: Die Messe wird ein Jahr lang rund um die Uhr unter www.ihk-azubimesse.de online sein. Damit bietet sie auch Nachzüglern und Quereinsteigern langfristig Informationsmöglichkeiten. Unternehmen, die jederzeit einsteigen können, sollten die Chance nutzen, um effektiv für sich zu werben.

Was bietet die Messe Jugendlichen?

Schwarz: Vor dem Hintergrund, dass es in Deutschland mittlerweile 325 anerkannte Ausbildungsberufe gibt, wird es für junge Menschen immer schwieriger, sich für den richtigen Beruf zu entscheiden. Aus Unkenntnis konzentriert sich die Hälfte der Jugendlichen auf etwa 15 Berufe und erschließt sich somit nur einen Bruchteil der beruflichen Möglichkeiten. Hier setzt die virtuelle Messe an, indem sie jungen Menschen einen umfassenden Einblick in die bunte Welt der Ausbildungsberufe gibt und ihnen neue Perspektiven eröffnet. Auf der anderen Seite werden Unternehmen dabei unterstützt, qualifizierten Nachwuchs zu generieren. Denn Fakt ist leider immer noch, dass es in den beliebten Ausbildungsberufen kaum Plätze gibt, während Betriebe, die nicht in den Top-10-Berufen ausbilden, Probleme haben, ihre offenen Stellen zu besetzen. Für viele junge Menschen steht heutzutage nicht mehr unbedingt die Bekanntheit eines Unternehmens im Vordergrund, sondern die Person, die dahintersteht. Somit wird es immer wichtiger, sich als Betrieb zu präsentieren.

Warum ist es gerade jetzt so wichtig, junge Menschen für das Thema Ausbildung zu begeistern?

Schwarz: Die Corona-Pandemie stellt nicht nur für den Arbeits-, sondern auch für den Ausbildungsmarkt eine gewaltige Herausforderung dar. Obwohl 92 Prozent der Unternehmen in unserem IHK-Bezirk an ihren Ausbildungsplänen für das Jahr 2020 festhalten wollen, verzeichnen wir bisher dem deutschlandweiten Trend entsprechend weniger Ausbildungsverträge als im Vorjahr. Da die klassische Berufsorientierung aktuell stark eingeschränkt ist, müssen neue Wege beschritten werden, um einem drohenden Fachkräftemangel vorzubeugen. Unser gemeinsames Ziel sollte es sein, junge Menschen nicht ohne eine berufliche Perspektive ins Leben zu entlassen. Denn ein Berufsabschluss ist gerade in einer Wirtschaftskrise der beste Schutz vor Arbeitslosigkeit.

Die virtuelle Messe ist nur eine von vielen Maßnahmen der IHK, Ausbildungsplatzsuchende und Unternehmen zusammenzubringen. Was unternehmen Sie darüber hinaus?

Schwarz: Dank digitaler Medien sind die Möglichkeiten einer passenden Vermittlung größer denn je. Einer bereits vor der Pandemie durchgeführten Studie zufolge findet die Suche nach einem Ausbildungsplatz heutzutage verstärkt online statt. Auf unserer Internetseite befindet sich beispielsweise eine kostenlose Ausbildungsplatzbörse. Hier werden unter anderem auch Praktika, duale Studiengänge sowie kombinierte Aus- und Weiterbildungen angeboten. Darüber hinaus kann man auf unserer Homepage auch einen Ausbildungsatlas finden, der den Standort der rund 1400 Ausbildungsbetriebe unseres IHK-Bezirks zeigt, die einer Veröffentlichung ihrer Daten zugestimmt haben. Das Angebot wird regelmäßig aktualisiert. Die Erfahrung hat gezeigt, dass sich junge Menschen in der Regel eher für einen heimatnahen Ausbildungsplatz entscheiden.

Der Besuch der virtuellen Messe ist möglich ab kommenden Montag, 19. Oktober, über www.ihk-azubimesse.de.

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