Vier Todesfälle am Samstag

  • vonPatrick Dehnhardt
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Gießen/Linden(pad). Der 28. November stellt einen neuen traurigen Rekord auf: Erstmals sind im Landkreis Gießen vier Personen an einem Tag in Zusammenhang mit Corona gestorben. Die Zahl der Todesfälle stieg damit auf 17.

Am Wochenende ist die Zahl der Corona-Fälle im Landkreis um 97 gestiegen. Am Sonntag meldete das Gesundheitsamt 2269 aktive Fälle. 42 Personen befinden sich in stationärer Behandlung.

Wie der Landkreis Gießen auf Nachfrage mitteilte, handelt es sich bei den Toten um drei Frauen im Alter von 92, 86 und 83 Jahren sowie einem 81-jährigen Mann.

Zwei der Verstorbenen waren Bewohner des Seniorenzentrums in Linden. Leiterin Christa Hofmann-Bremer zeigte sich im Gespräch mit dieser Zeitung betroffen. Bei den beiden Toten habe es sich um Senioren mit mehreren Vorerkrankungen gehandelt, die von der Virus-Infektion besonders hart getroffen wurden.

Da viele Menschen ihre letzten Monate oder Jahre in einem Seniorenzentrum verbringen würden, gehöre der Tod zwar zum Alltag in der Einrichtung dazu. "Wir haben in der Altenpflege gelernt, mit dem Tod um zugehen. Die Umstände sind besonders, der Tod selbst nicht."

Um die Bewohner zu schützen, habe man in den vergangenen Monaten einen hohen Hygienestandard eingehalten, teilweise sogar über die gesetzlichen Vorgaben hinaus. Zudem steht man im ständigen Kontakt mit dem Gesundheitsamt. "Wären wir nicht so gut vorbereitet gewesen, hätte es uns schon früher getroffen", sagt Hofmann-Bremer.

"Die Schwerpunkte haben sich verlegt - von der Grundpflege zur Behandlungspflege", sagt Hofmann-Bremer. Während sonst der zwischenmenschliche Kontakt eine wichtige Rolle spiele, liege nun das Augenmerk darauf, Parameter wie etwa die Temperatur der Bewohner regelmäßig zu messen.

Als die ersten Corona-Fälle festgestellt wurden, habe man sofort gehandelt. Infizierte wurden von den anderen Bewohnern separiert. Zudem halfen Freiberufler, den Dienstplan aufrechtzuerhalten, nachdem zehn Pfleger positiv getestet worden waren.

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