us_stauf_ik_030721_4c
+
Schön ist es in den Tälern von Lahn, Wieseck, Lumda und Salzböde; der Blick von der Oberburg in Staufenberg beweist es. ARCHIVFOTO: IK

Vier Täler voller Möglichkeiten

  • Ursula Sommerlad
    VonUrsula Sommerlad
    schließen

Einheimische mögen es kaum glauben: Es gibt Menschen, die in der Mittelgebirgslandschaft zwischen Lahn, Lumda, Wieseck und Salzböde ihren Urlaub verbringen. Ein neues Freizeitportal will auch Tagestouristen die Vorzüge der »Lahntäler« schmackhaft machen.

Da haben Sie aber einen schwierigen Job! Diesen Satz bekommt Anna Erb häufig zu hören, wenn sie ihren Beruf erwähnt: Touristikbeauftragte der »Lahntäler«. Unter dieser Bezeichnung haben sich sechs Kommunen zusammen getan, die man auf den ersten Blick nicht unbedingt mit dem Fremdenverkehr verbindet. Doch Erb ist überzeugt, dass Lollar, Staufenberg, Allendorf, Rabenau, Buseck und Reiskirchen viel zu bieten haben. »Auswärtige sind von der Mittelgebirgslandschaft begeistert«, sagt sie.

Auch Einheimischen soll der Blick für die Schönheiten der eigenen Heimat wieder geöffnet werden. Dabei helfen sollen ein neues Logo und das Freizeitportal, das in der vergangenen Woche online gegangen ist. »Ein Meilenstein«, wie nicht nur Anna Erb meint. Auch die Bürgermeister Dr. Bernd Wieczorek, Peter Gefeller (Lollar), Thomas Benz (Allendorf/Lumda), Florian Langecker (Rabenau), Dietmar Kromm (Reiskirchen) und Dirk Haas (Buseck) freuten sich bei der Präsentation im Kulturzentrum Buseck, dass die gemeinsamen Anstrengungen für die Tourismusförderung in den »Lahntälern« nach zweijähriger Vorbereitungszeit nun handfeste Ergebnisse zeigen.

Vermieter von Ferienwohnungen haben Anna Erb erzählt, dass Menschen von weiter her tatsächlich im nördlichen Landkreis Gießen ihren Urlaub verbringen. Dennoch sind Langzeit-Feriengäste nicht die Zielgruppe, an die sich das neue Freizeitportal richtet. Mit der Website und dem Slogan »Vier Täler - unendliche Möglichkeiten« sollen vor allem Tagesausflügler oder Wochenendtouristen angesprochen werden

Der Zeitpunkt dafür sei denkbar günstig, meint Annette Kurth vom Regionalmanagement Gießener Land. Seit Corona liege Urlaub im eigenen Land im Trend, gerade das Wandern erlebe unter jüngeren Leuten einen regelrechten Boom. »Die Website kommt genau zum richtigen Zeitpunkt«, macht Kurth den »Lahntälern« Mut.

Das Freizeitportal soll einen raschen Überblick über die Vorzüge der »Lahntäler« geben: Sehenswürdigkeiten, Radrouten oder Wanderwege sind ebenso erfasst wie Übernachtungsmöglichkeiten, Gaststätten, Hofläden und Freizeitaktivitäten.

Herzstück des Portals ist eine Datenbank, über die die Inhalte auch in andere Kanäle ausgespielt werden können. So können beispielsweise kommunale Webseiten, Tourismusbüros oder der Tourenplaner outdooractive.com vom Angebot der »Lahntäler« profitieren. Praktisch ist die Datenbank auch für den Veranstaltungskalender. Dank verschiedene Filter kann man sich passgenau über das Freizeit-angebot informieren.

Laut Anna Erb ist das Freizeitportal technisch auf dem aktuellen Stand. Es ist für Mobilgeräte, Suchmaschinen und Sprachassistenten optimiert. Es gibt die Website in einer deutschen und einer englischen Version und zudem barrierefrei: Menschen, die schlecht sehen, haben die Möglichkeit, Schriftgröße und Darstellungsform der Texte nach ihren Bedürfnissen einzustellen. Die Sozialen Medien werden auch bedient.

Die Tourismusbeauftragte hat ihre Tätigkeit im letzten Dezember aufgenommen. Vor ihr liegt noch viel Arbeit. Der nächste Schritt wird sein, die Website mit weiteren Inhalten zu füllen. »Noch längst ist nicht alles erfasst«, sagt die 31-Jährige. »Es wird regelmäßig neue Informationen geben, so dass es sich lohnt, immer mal wieder vorbeizuschauen.« Besonders die Hinweise auf Rad- und Spazierwegen sollen ergänzt werden. Außerdem möchte Erb weitere Betriebe ansprechen und aufnehmen. Sie weiß, dass Tourismus nur im Dialog funktioniert. Netzwerkarbeit sei ganz wichtig.

Reiskirchens Bürgermeister Kromm erinnerte daran, dass bereits bei der Gründung des Teilraums Nord touristische Perspektiven ein Thema gewesen seien. Aber allein hätten es die »Lahntäler« nicht geschafft. »Triebfeder war die Region Gießener Land«, unterstrich Gastgeber Haas. »Ohne Fördermittel von EU und Land wäre die Entwicklung nicht möglich gewesen.« Und auch nicht ohne Anna Erb. Mit dieser Projektbeauftragten, da waren sich alle sechs Bürgermeister einig, habe man einen richtigen Glücksgriff getan.

www.giessener-lahntaeler.de

us_logo_030721_4c

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare