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Soll ertüchtigt werden: die rund 40 Jahre alte Filteranlage des Freibades Laubach.

Vieles spricht für Edelstahl

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Die Zeit drängt: Bis zum Jahresende muss Laubach den für die Sanierung seines Freibades benötigten Landes- zuschuss beantragt haben. Also ist in Kürze endlich zu entscheiden, welche Variante es sein soll. Zuschüsse fließen nur bei Nachhaltigkeit - daher spricht einiges für ein Edelstahlbecken.

Zur Erinnerung: Seit rund anderthalb Jahren ist Laubach bereits auf der Suche nach einer Antwort. Die Frage: Wie geht es weiter mit dem (undichten) Freibad, was kostet die dringende technische Sanierung, was wollen wir für die Zukunftsfähigkeit tun? Fragen, die einige Unwägbarkeiten bergen; mal ganz abgesehen vom Millionenaufwand, den die Stadt zum Großteil aus Mitteln des Förderprogramms SWIM und der "Hessenkasse" bestreiten will.

Zwei Studien lagen bisher vor: Eine erste der Bäderarchitekten von balneatechnik, die einen Schwerpunkt auf Attraktivierung legt; darunter der viel diskutierte Mittelsteg zur Abtrennung des Schwimmerbereichs. Kosten: rund 4,1 Millionen Euro inklusive Attraktionen, 3,1 ohne. Das zweite Gutachten stammt von einer Unternehmensberatung, rückt die Wirtschaftlichkeit in den Fokus. Empfohlen wird hier eine erhebliche Beckenverkleinerung (kein Sprungbereich), bei ganzjähriger Öffnung des Hallenbades. Kosten: rund 3,0 Millionen Euro.

Leck endlich gefunden

Als vorläufig letzter Akt beschloss das Stadtparlament, von balneatechnik die Kosten einer "rein technischen" Sanierung ermitteln zu lassen. Dr. Nicole Riedle, Geschäftführerin der GmbH, stellte soeben dem Fachausschuss die Ergebnisse vor.

Vier Varianten der Beckenauskleidung stehen danach zur Wahl: Fliesen, Kunststofffolie, eine Kombination aus Folie (unterhalb der Wasseroberfläche) und Edelstahl (nur Beckenkopf) sowie die komplette Verkleidung mit Edelstahl. Soweit die Theorie, werden doch Landeszuschüsse - im Vorjahr Laubach grundsätzlich bereits zugesagt - nur bei Nachhaltigkeit gewährt. Heißt: Für die Varianten Fliesen (frostanfällig) und komplette Folienauskleidung (Schädigung durch UV-Belastung und Vandalismus) gibt es keine Förderung, die bis zu 25 Prozent, aber maximal eine Million Euro beträgt.

Balneatechnik schätzt die Netto-Kosten - jeweils inklusive der 1,3 Millionen Euro für Sanierung Badetechnik, Beckenhydraulik/Außenverrohrung und Landschaftsbau - für Variante 1 (Fliesen) auf 2,44 Millionen, für Variante 2 (nur Folie) auf 2,21, für Variante 3 (Folie plus Edelstahl-Beckenkopf) auf 2,51 Euro, für Variante 4 (Edelstahl komplett) auf 2,7 Millionen Euro.

Was die Technik angeht, so hofft Michael Köppen, Prokurist der Bäder GmbH, auf das Gesundheitsamt. Auf dass die Behörde nach Ertüchtigung der 40 Jahre alten Filter (samt Anpassung des Volumenstroms) nicht auf der DIN-gemäßen Vergrößerung der Anlage besteht. "Dafür fehlt uns der Platz." Überdies bat er die rückläufigen Besucherzahlen zu beachten, seien es doch in Laubach selbst an Spitzentagen nur 1000 Gäste.

Eine (Vor-)Entscheidung darüber, welche Variante es sein wird, soll der Fachausschuss am 5. November treffen. Das letzte Wort hat zwei Tage darauf das Stadtparlament.

Wie Köppen gegenüber der GAZ vermelden konnte, sei das Leck im Freibad - im Sommer kamen täglich rund zehn Kubikmeter Wasser abhanden - endlich gefunden worden. Ein Zu- bzw. Auslassrohr unterm Beckenboden, das jetzt erneuert werde. Oder "blindgelegt", da nach einer Sanierung die Zuleitungen von der Seite kommen.

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