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Die Sternschildkröte gehört zu den nun streng geschützten Arten. FOTO: RP GIESSEN

Viele Tierarten unterliegen strengem Artenschutz

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Gießen(pm). Kurz vor Jahresende traten durch eine EU-Verordnung wichtige Änderungen im Artenschutz in Kraft. In Hessen werden die Aufgaben im Zusammenhang mit den internationalen Artenschutzbestimmungen von den Regierungspräsidien wahrgenommen. "Viele Arten sind streng geschützt, deshalb sehen wir unsere Aufgabe auch darin, die Öffentlichkeit zu informieren und für das Thema zu sensibilisieren", sagt Regierungspräsident Dr. Christoph Ullrich.

Das Washingtoner Artenschutzübereinkommen (CITES) regelt international verbindlich den Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten. "Wir kontrollieren, ob alle artenschutzrechtlichen Kennzeichnungs-, Nachweis- und Dokumentationspflichten eingehalten werden und erteilen die für die Vermarktung streng geschützter Arten erforderlichen EU-Bescheinigungen", sagt Corinna Vahrenkamp vom zuständigen Dezernat. "Dementsprechend müssen wir auf dem neuesten Stand bleiben und auch alle international beschlossenen Änderungen im Auge behalten."

Seit Dezember sind zahlreiche neue Arten in den Schutz des CITES-Abkommens aufgenommen worden. "Einige der bereits länger geschützten Arten wurden darüber hinaus hochgestuft", berichtet Dezernatsleiter Gerhard Schulze-Velmede. 16 weitere Tierarten unterliegen nun dem strengen Artenschutz.

Sieben Reptilienarten heben die RP-Experten besonders hervor, da es sich hier um relevante Arten für Handel und Privathaltung handelt. Diese sind: die Sternschildkröte (geochelone elegans), die im Regierungsbezirk Gießen bereits gehalten wird, sowie die neu in den Anhang A aufgenommenen Arten Hornagamen, die Taubagamen sowie der Grenadinen-Zwerggecko.

Vahrenkamp erläutert, man unterscheide den strengen vom besonderen Artenschutz. "Im strengen Artenschutz spricht man von einer starken Bedrohung durch den internationalen Handel." Exemplare dieser Arten unterliegen einem Vermarktungsverbot. Auch Lebewesen unter dem besonderen Artenschutz sind vom Handel bedroht. Hier ist der Handel allerdings reguliert. Eine Vermarktung ist unter Einschränkungen möglich. Ein Beispiel für eine neu aufgenommene Art im besonderen Schutz ist der Tokeh, es gebe aber noch viele weitere handelsrelevante Vogel-, Reptilien- und Amphibienarten, die neu aufgenommen wurden. Alle von der Änderung betroffenen Wirbeltierarten fallen ab sofort unter die artenschutzrechtliche Meldepflicht.

Ullrich erklärt, dass das Artenschutzteam des Regierungspräsidiums jederzeit als Ansprechpartner zu Verfügung steht: Die Experten informieren über ein komplexes Rechtsgebiet und leisten Aufklärungsarbeit.

Alles rund um die Vorgaben des internationalen Artenschutzes sowie eine vollständige Liste der neu aufgenommenen Arten und Gattungen gibt es im Internet unter www.rp-giessen.de in der Rubrik "Umwelt und Natur" und weiter über "Forsten und Naturschutz" zu "Artenschutz". Die Experten des RP sind zu erreichen per E-Mail an Corinna.Vahrenkamp@rpgi.hessen.de oder telefonisch unter 06 41/303-55 55.

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