Überschwemmt: das Kleingartengebiet in Lauter gestern Vormittag. FOTO:TB
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Überschwemmt: das Kleingartengebiet in Lauter gestern Vormittag. FOTO:TB

Viel Wasser in den Dörfern

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Regen und Schneeschmelze in höheren Lagen haben von Donnerstag an Bäche und Flüsse anschwellen lassen. Vereinzelt ist es gestern zu Überflutungen gekommen. Sollten die Pegel weiter steigen, dann könnte es in Heuchelheim Folgen für die Anfahrt zum Impfzentrum haben.

In Heuchelheim ist die Bachstraße stets ein neuralgischer Punkt. Der Bieberbach hat dort ein eher enges Bett und staut zudem von der nahen Mündung in die Lahn her zurück, wenn dort der Abfluss nicht ungehindert klappt.

Das Wasser im Bieberbach in Heuchelheim stieg gestern Vormittag bis an den Rand der Kirchstraße. Doch die blieb bis zum Abend trocken, ebenso die parallel am anderen Ufer ein wenig höher gelegene Bachstraße. Das ist auch überörtlich von Bedeutung, da es die Hauptzufahrt zum Impfzentrum im Roller-Markt im Gewerbegebiet Süd ist, das derzeit von Senioren aus ganz Mittelhessen angesteuert wird.

Sollte das Wasser am Wochenende weiter steigen, dann kann das ein Sperren der Bachstraße nötig machen. Am Freitag wurde eine geänderte Verkehrsführung vorbereitet, damit das Impfzentrum ungehindert erreichbar bleibt (siehe Kasten). Deshalb gilt für alle Besucher des Impfzentrums als oberste Regel: Das Navi ausschalten und innerorts unbedingt der Ausschilderung "Impfzentrum" folgen.

Straßen in Laubach gesperrt

Der lang anhaltender Regen und dazu die Schneeschmelze im nahen Vogelsberg haben auch bei Laubachs Feuerwehren gestern zu einer Vielzahl von Hochwassereinsätzen geführt. So trat die Lauter über ihre Ufer und verwandelte das Kleingartengebiet nahe des Sportplatzes in eine Seenlandschaft. In der Kernstadt stand die Philipp-Reis-Straße, dort finden sich gleich mehrere Lebensmittelmärkte und Unternehmen, 40 Zentimeter unter Wasser. Die Straße musste für den Verkehr gesperrt werden.

Nur geringfügig anders war die Lage in Gonterskirchen, wo das Bett der Horloff die vom Tauwetter im Vogelsberg zusätzlich erhöhten Wassermassen nicht mehr fassen konnte. Vereinzelt, so Einsatzleiter Dominik Mebus, mussten entlang der Wetter auch Keller ausgepumpt werden.

In Villingen wurden Sandsäcke am Haus der Amigos und weiteren Anwesen gestapelt, Rund 60 Feuerwehrleute aus Hungen, Villingen und Nonnenroth waren im Einsatz. Erste Gärten bei Hungen waren am Freitagmittag überschwemmt, die Pegel im Seegebiet stiegen. Am Nachmittag entspannte sich die Situation etwas. Hochwasser meldete auch Dornholzhausen. Der Kleebach trat unterhalb des Ortskerns an der Mühle über die Ufer.

Das "Hochwasserlagezentrum Lahn" im Regierungspräsidium Gießen meldete am Freitagvormittag bereits, dass an Nebenflüssen der Lahn die erste Hochwassermeldestufe überschritten wurde. Laut Modellrechnung werde das Wasser an der Lahn steigen. "Wir erwarten höchste Wasserstände an der Lahn am Samstag in der ersten Tageshälfte", sagt RP-Mitarbeiterin Ines Walter. Dann könnte auch Hochwasserstufe II an der Lahn und Zuflüssen nicht ausgeschlossen werden. Alles hängt davon ab, ob es weiterregnet.

Aktuelle Pegelstände können im Internet abgerufen werden unter www.hochwasser-hessen.deund www.hwlz.de

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