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Auch wenn das Factory-Outlet-Center bei Garbenteich vom Tisch ist - dort sehen Experten Gewerbeflächen mit Potenzial. (Archivfoto: pad)

Viel Raum für Entwicklung

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Gießen (so). Landrätin Anita Schneider hat den Bericht mit Interesse verfolgt: Dem Raum Gießen wird das größte Entwicklungspotenzial bei Gewerbeflächen in ganz Mittelhessen zugeschrieben. Von 17 möglichen Gebieten für regional bedeutsame Gewerbeansiedlung zwischen Limburg und Lauterbach liegen allein acht im Süden und Westen von Gießen.

Das sind Flächen bei Buseck (ca. 20 Hektar), Fernwald (bis zu 25 Hektar), Garbenteich (bis zu 50 Hektar), Eberstadt/Lich an der A 45 (ca. 20 Hektar), Langgöns (ca. 20 Hektar), Wetzlar-Süd/Münchholzhausen, (ca. 25 Hektar), Gießen-Lützellinden/Hüttenberg (25 bis 40 Hektar) und im Gießener Südkreis (bis zu 40 Hektar).

Nicht, dass das alles jetzt entwickelt werden soll, denn das ist richtig viel. Es wäre in dieser Größenordnung rund ein Drittel des bis etwa 2030 prognostizierten Bedarfs an Gewerbeflächen in ganz Mittelhessen.

Zu dieser Zusammenstellung von Potenzialflächen kommt jedenfalls das Prognos-Institut aus Stuttgart. Dessen Analytiker haben für die Regionalversammlung Mittelhessen herausgearbeitet, wo Vorranggebiete für die Ansiedlung von Gewerbe und Industrie ausgewiesen werden könnten.

In den Fachausschüssen der Regionalversammlung am Montag in Wetzlar wurden die Prognos-Perspektiven vorgestellt. In der kommenden Sitzung der Regionalversammlung Anfang Dezember in Lich soll dann beschlossen werden, was in den Regionalplan aufgenommen wird. Denn dieses Planwerk, das bis 2030 gelten soll, befindet sich in der Neuauflage.

Wohnen und Arbeit zusammenführen

Seit Monaten schon werden Überlegungen angestellt, wo wie viel Gewerbeland entwickelt werden kann. Neben den möglichen Flächen im Gießener Land haben die Regionalplaner zudem sogenannte Potenzialräume im Bereich Marburg-Kirchhain, Haiger und Limburg ausgemacht. Dazu gab es einen Workshop und einen wiederholt tagenden Arbeitskreis mit Vertretern aus Politik und Wirtschaft, um die Bedarfe auf kommunaler und regionaler Ebene abzuklopfen.

Dabei gilt es, beispielsweise Aspekte wie das Zusammenführen von Wohnen und Arbeiten zu berücksichtigen. Denn für den Kreis Gießen konstatiert auch Prognos die bekanntermaßen enge Verbindung mit Rhein-Main im Süden, die sich in der Pendler-Statistik abbildet. 88 000 Auspendlern aus dem Kreis stehen 67 000 Einpendler gegenüber. Angesichts dieses Überhangs an Auspendlern rät Tobias Koch von Prognos dazu, die Bindung in der Region zu erhöhen - eben mit dem Schaffen von Arbeitsplätzen.

Was der Fachmann den Regionalpolitikern noch mit auf den Weg gab, waren Hinweise, wo eben Gewerbe- und Industriestandorte zu verorten sein sollten: Die Orientierung erfolgt zum einen an Zentren. Zum anderen ist es vor allem eine Frage der Erreichbarkeit, insbesondere der Verkehrsanbindung. Je dichter an einer Autobahn oder einer großen Bundesstraße, desto besser die Chancen eines Standorts. Das spielt Kommunen an der A 5 und an der A 45, aber auch an der B 49 oder der B 457 in die Karten.

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