Viel Gummi, wenig Sand

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Kunstrasenplätze sind in Verruf geraten. Eben weil Mikro-Plastikteilchen in die Umwelt geraten. Das soll nicht sein. Erste Antworten hat es im Dezember auf Anfrage der FDP gegeben, die sich angesichts etwaiger Kosten sorgte. Jetzt liefert der Kreis weitere Informationen.

In der EU wird gar über ein Verbot des Gummigranulats in den Plätzen nachgedacht. Diese Nachricht schreckte im vergangenen Sommer auf. Denn ein Austausch würde immense Kosten bedeuten.

Im Landkreis Gießen gibt es insgesamt 20 Kunstrasenplätze, fünf davon Stadt Gießen. Das berichtet Schul- und Baudezernentin Dr. Christiane Schmahl (Grüne) jetzt auf Anfrage der Linken im Gießener Kreistag. 13 der Kunstrasenplätze (einer davon in der Stadt Gießen) sind in kommunaler Hand, die übrigen sieben sind in Trägerschaft von Sportvereinen. Und womöglich könnten noch der eine oder andere Platz hinzukommen. Denn in den kommenden zwei bis drei Jahren sind nach aktuellem Stand zwei weitere Kunstrasenplätze in Planung. In Biebertal denkt der TSV Fellingshausen über Kunstrasen auf dem einstigen Hartplatz am Rande des Dorfes nach. Konkrete Planungen gibt es laut Schmahl aber noch nicht. Auch in Buseck soll eventuell ein Kunstrasenplatz gebaut werden. Doch das ist ebenfalls noch nicht konkret.

Derweil soll der eine oder andere Platz demnächst saniert werden: So in diesem Jahr schon in Garbenteich, in etwa drei Jahren in Langgöns. Denn auch Kunstrasen altert.

Etliche dieser Plätze, so die Antwort auf die Anfrage der Linken, werden regelmäßig von Schulklassen im Rahmen des Sportunterrichts genutzt. Die Raben-Schule Londorf etwa ist regelmäßig auf dem "DFB-Minisportfeld" in Londorf, und die Theo-Koch-Schule Grünberg nutzt ebenfalls regelmäßig das "DFB-Minisportfeld", das sich auf dem Schulgelände befindet. Die Gesamtschule Gleiberger Land nutzt den auf ihrem Schulgelände befindlichen Platz.

Die Kunstrasenplätze in Fernwald, Gießen, Grünberg, Heuchelheim, Langgöns, Lich, Linden, Watzenborn, Rabenau, Reiskirchen und Wettenberg wurden mit Gummigranulat verfüllt. Hingegen sind die Kunstrasenplätze in Lollar und in Garbenteich mit Sand verfüllt. Allein der Austausch des Gummigranulats beispielsweise gegen Quarzsand oder Kork werden auf rund 50 000 Euro geschätzt.

Die Sportverbände haben nach der immer lauter werdenden Kritik an den Kunstrasenfeldern angesichts der Kosten einen Bestandsschutz gefordert und Übergangsfristen von bis zu zehn Jahren gefordert. Doch dazu gibt es im Kreis Gießen noch keine Überlegungen. Schmahl: "Aufgrund der Tatsache, dass hier aktuell keine Grundsatzregelung - die auf EU-Ebene getroffen werden müsste - existiert, hat sich der Kreisausschuss hierzu bisher nicht beraten".

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