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Die Videokonferenzen und die ungewollten Einblicke

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Wer wollte schon immer mal den älteren Arbeitskollegen im weißen Feinripp-Unterhemd sehen? Ebenfalls durchaus interessant, wie der langjährige Kommunalpolitiker von der Gattin Kaffee und Kuchen serviert bekommt. Auf dem guten Geschirr mit Blümchen-Dekor selbstverständlich. Und immer wieder beliebt ist die Frage: »Könnt Ihr mich sehen? Ich höre Euch grade nicht…« Wo man all das frei Haus geliefert bekommt? Bei den zum Alltag gewordenen Videokonferenzen.

Für die gibt es zwar mittlerweile einen Knigge. Verinnerlicht hat die Anregungen für das gute Gelingen aber noch nicht jeder. Ja - es stimmt: Auch ich durfte mir schon zu Recht kritische Bemerkungen anhören wegen der Kippe und dem vollen Aschenbecher neben der Tastatur auf dem Schreibtisch. Ein No-Go im virtuellen Meeting.

Den Vogel schoss der Kollege ab, der in den letzten Sekunden vor Beginn einer mutmaßlich langen Videoschalte aus Gründen der Bequemlichkeit noch schnell Jeans gegen Jogginghose tauschte - und vergessen hatte, dass die Kamera bereits lief.

Stichwort Vogel: Auch über Haustiere gibt die Technik Aufschluss. Wenn etwa meine Hunde fordernd bellen. Oder wenn (wie so oft bei der Büroarbeit) die Katze auf meinem Schoß schlummert und dann und wann indigniert den Kopf in die Kamera hebt.

Vor ein paar Wochen krähte bei einer Live-Schalte ein Hahn ausdauernd dazwischen. Dieser »Caruso«, nennen wir ihn der Einfachheit halber so in Anlehnung an die legendär gute Pettersson & Findus-Geschichte, hatte wirklich ein dominantes Organ.

Damit ist der Beleg erbracht: Der Landkreis Gießen ist unbestritten in Teilen ländlicher Raum. so/FOTO: DPA

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