Veterinäramt warnt

  • schließen

Gießen(pm). Das Veterinäramt des Landkreises Gießen appelliert an Geflügelhalter, die vorgeschrieben Sicherheitsvorkehrungen gegen eine Einschleppung der Vogelgrippe einzuhalten. Anlass ist der plötzliche und massive Ausbruch durch den Erreger H5N8 in Geflügelbetrieben in Osteuropa. Vor Kurzem wurde auch bei einer in Brandenburg aufgefundenen verendeten Wildgans der Erreger festgestellt.

Wer im Landkreis Gießen Geflügel in Auslaufhaltungen oder im Freiland hält, sollte unbedingt einen Kontakt seiner Tiere mit Wildvögeln vermeiden, sagt Hans-Peter Stock, Dezernent für Veterinärwesen und Verbraucherschutz. "Ebenso ist es wichtig, dass Futter und Einstreu für Wildvögel nicht erreichbar sind. Geflügel sollte außerdem nicht Wasser trinken, das auch zugänglich für Wildvögel ist."

Wenn in einem Geflügelbestand auffällig viele Tiere in schlechtem Zustand sind oder verenden, sollte die Ursache unbedingt mithilfe des Veterinäramts abgeklärt werden. Ebenso bittet das Veterinäramt um einen raschen Hinweis, wenn in Wald, Feld oder an Gewässern tote Wildvögel entdeckt werden. "In diesem Fall ist eine umgehende Untersuchung erforderlich, um nötige Schritte einzuleiten", erklärt Dezernent Stock.

Letzter Ausbruch im Kreis im Jahr 2017

Zwar bewertet das zuständige Friedrich-Loeffler-Institut das Risiko einer Einschleppung der Vogelgrippe durch Wildvögel als gering, dennoch bergen vor allem intensive Handelsbeziehungen und Geflügeltransporte zwischen Deutschland und osteuropäischen Staaten Gefahren. In Polen verendeten beim Ausbruch der auch als Geflügelpest bezeichneten Hochpathogenen Aviären Influenza (HPAIV) in mehreren Fällen nahezu alle Tiere der betroffenen Haltungen.

In Hessen gab es den letzten großen Ausbruch der Vogelgrippe im Winter 2016/2017. Damals wurde bei etwa 60 Wildvögeln und einem Zoovogel die Krankheit festgestellt. Der letzte Ausbruch der Geflügelpest im Landkreis Gießen war im Februar 2017. Damals wurde bei einem im Lückenbach in der Gemarkung Großen-Linden tot aufgefundenen Silberreiher das hochansteckende Virus H5N8 festgestellt.

Ein Erkrankungsfall durch Vogelgrippe beim Menschen ist nach Angaben des Robert-Koch-Instituts in Deutschland noch nicht aufgetreten. Das Risiko ist als gering einzuschätzen. Ob sich ein bestimmtes Vogelinfluenzavirus genetisch so verändern und an den Menschen anpassen kann, dass es von Mensch zu Mensch übertragbar wird, lässt sich allerdings nicht vorhersagen.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare