Cura Sana, der Betreiber des Seniorenzentrums in Grünberg, geht in ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Auf den Pflegealltag soll dies vorerst keine Auswirkungen haben. (Symbolbild)
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Cura Sana, der Betreiber des Seniorenzentrums in Grünberg, geht in ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Auf den Pflegealltag soll dies vorerst keine Auswirkungen haben. (Symbolbild)

Vorläufiges Insolvenzverfahren

Verunsicherung in Grünberger Pflegeheim: Cura Sana steht vor der Pleite

  • Alexander Gottschalk
    vonAlexander Gottschalk
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  • Stefan Schaal
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Wie geht es im Seniorenzentrum in Grünberg (Kreis Gießen) weiter? Betreiber Cura Sana ist nun in ein vorläufiges Insolvenzverfahren eingetreten.

Update vom Montag, 01.02.2021, 14.49 Uhr: Nun ist es offiziell: Heimbetreiber Cura Sana geht in ein vorläufiges Insolvenzverfahren. Das zuständige Amtsgericht in Limburg habe am Freitag seine Zustimmung gegeben, wie das Unternehmen am Montag (01.02.2021) mitteilte. Bereits vorab war die Nachricht der drohenden Pleite durchgesickert (siehe unten), im Seniorenzentrum in Grünberg herrscht seither große Unsicherheit.

Neben der Einrichtung im Kreis Gießen gehören zwölf weitere Gesellschaften zu der Unternehmensgruppe. Diese betreibt beispielsweise Pflegeheime im benachbarten Vogelsberg und eines in der Wetterauer Gemeinde Ranstadt. Neben dem Fachkräftemangel sei vor allem die Pandemie ursächlich für die finanzielle Schieflage, hieß es von Cura Sana, etwa durch „stark erhöhte Kosten für regelmäßige Corona-Testungen“.

Grünberg: Pflege in Cura-Sana-Heim soll weiterlaufen

Wie es nun in Grünberg und an den anderen Standorten weitergeht, ist offen. Betreuung und Pflege sollen „wie gewohnt“ weiterlaufen, verspricht Cura Sana. Der vorläufige Insolvenzverwalter Peter Theile will bis Ende März „einen oder mehrere Investoren“ finden. Er habe ein „positives Echo aus dem Markt vernommen“, es gebe erste Interessensbekundungen für Cura Sana als ganzes und für einzelne Gesellschaften.

Die Gehälter für die Monate Januar, Februar und März sollen über das Insolvenzgeld gesichert werden. Außerdem sagte Theile: „In Gesprächen mit einigen Schlüssellieferanten haben diese ihre Unterstützung signalisiert, so dass ich sehr zuversichtlich bin, dass sie weiterhin zum Unternehmen stehen.“ Dazu gehörten auch Zeitarbeitsfirmen, auf die Cura Sana „aufgrund von Quarantänebestimmungen angewiesen“ sei. Die Bewohner der Altenheime und ihre Angehörigen könnten daher „beruhigt sein“.

Grünberg: Cura-Sana-Insolvenz schockt Belegschaft

Grünberg(srs). Die Unternehmensgruppe Cura Sana, die ein Seniorenzentrum in Grünberg betreibt, steht vor der Insolvenz.

Welche Konsequenzen dies für die Bewohner und die Mitarbeiter in dem Grünberger Pflegeheim hat, ist noch unklar. Es gebe erste Gespräche, „eine dauerhafte Lösung zu finden“, erklärte der vorläufige Insolvenzverwalter Dr. Peter Theile am Freitag (29.01.2021) in einem Schreiben an die Mitarbeiter des Seniorenzentrums. Die Leiterin der Einrichtung, Melanie Hönig, und die Geschäftsführung der Unternehmensgruppe waren am Freitag nicht erreichbar.

Ein Pfleger in dem Heim berichtete gegenüber dieser Zeitung, die Heimleiterin habe das Personal über die drohende Insolvenz noch nicht informiert. Auch von der Geschäftsführung der Cura Sana Pflegedienste gGmbH mit Sitz in Bad Camberg, gegen die das vorläufige Insolvenzverfahren eingeleitet worden ist, habe er bisher nichts zu der aktuellen Situation erfahren. Unverständlich sei für ihn zudem, dass in dem Heim in Grünberg erst kürzlich zwei neue Pflegekräfte eingestellt wurden, obwohl die finanzielle Schieflage des Unternehmens seit Längerem bekannt sei. Man habe für Januar noch keinen Lohn erhalten, sagt er. „Meine Kräfte sind am Ende. Wir stehen total im Abgrund. Jetzt können viele Mitarbeiter ihre Miete nicht mehr zahlen und den kompletten Lebensunterhalt nicht mehr finanzieren.“

Grünberg: Bitte um Geduld nach drohender Pleite von Seniorenheim-Betreiber

Der vorläufige Insolvenzverwalter versicherte, Löhne und Zuschläge für die Monate ab Januar würden über das sogenannte Insolvenzgeld gesichert und sollen ab kommende Woche gezahlt werden. „Wir möchten Sie bitten, Geduld aufzubringen“, erklärte er in dem Schreiben an die Mitarbeiter des Pflegeheims. „Wichtig ist, dass Sie der Insolvenzverwaltung nun die Zeit geben, an dieser Lösung, sowohl im Interesse der von Ihnen betreuten Bewohner als auch in Ihrem eigenen Interesse, zu arbeiten.“

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