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Weil die von der Schweinepest betroffenen Regionen näher heranrücken, weist das Veterinäramt des Landkreises auf Vorkehrungen hin, die greifen, wenn der Ernstfall eintreten sollte. SYMBOLFOTO: DPA

Verstärkte Vorkehrungen

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Gießen(pm). Das Veterinäramt des Landkreises Gießen weist auf Vorkehrungen im Fall eines Ausbruchs der Afrikanischen Schweinepest (ASP) hin. Denn die betroffenen Regionen rücken näher. Mitte November etwa wurde in Polen - nur 80 Kilometer von der deutschen Grenze entfernt - bei einem tot aufgefundenen Wildschwein das Virus nachgewiesen. Mittlerweile sind weitere Fälle in dieser Region aktenkundig. Das Restriktionsgebiet in Westpolen reicht deshalb bis an die deutsche Grenze heran.

"Bei einem Ausbruch müssen Verwaltungen, Land- und Forstwirtschaft, Polizei sowie ASP-Sachverständige Hand in Hand agieren", sagt der Dezernent für Veterinärwesen und Verbraucherschutz des Landkreises Gießen, Hans-Peter Stock. Daher organisiert das Kreis-Veterinäramt regelmäßig Veranstaltungen, um Beteiligte zu vernetzen und sie auf den Ernstfall vorzubereiten. "Nur so können wir im Falle eines Ausbruchs professionell und schnell agieren", sagt Stock.

Die Afrikanische Schweinepest ist eine Virusinfektion und befällt ausschließlich Schweine. Sie führt beinahe in jedem Fall zum Tod des Tieres. Für Menschen und andere Tierarten hingegen ist die Schweinepest ungefährlich. Tritt sie in einem Land auf, sind jedoch Handelseinschränkungen und große wirtschaftliche Schäden die Folge.

"Da es keinen Impfstoff gibt und das Virus sehr widerstandsfähig ist, ist die Bekämpfung enorm aufwendig", erklärt Dr. Stefanie Graff, Sachgebietsleiterin für Tierseuchenbekämpfung beim Veterinäramt in Gießen. Ein Infektionsrisiko für Wildschweine besteht, wenn schwach erhitzte Fleischprodukte wie Rohschinken oder Salami aus Risikogebieten zum Beispiel auf Autobahnraststätten unachtsam weggeworfen anstatt in Mülltonnen entsorgt werden. Aktuell sind in der Europäischen Union Belgien, Bulgarien, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Rumänien, die Slowakei und Ungarn von der Afrikanischen Schweinepest betroffen. In Hessen gibt es etwa 5500 Schweine haltende Betriebe, in denen rund 440 000 Schweine stehen. Im Falle eines Seuchenausbruches ist daher mit gravierenden Einschränkungen zu rechnen.

Das Hessische Ministerium für Landwirtschaft und Verbraucherschutz weist auf das Risiko für Schweinefreilandhaltungen und Schweinehaltungen mit Auslauf hin. Durch möglichen Kontakt der Schweine mit Wildschweinen sei eine Infektion möglich. Die Betriebe, so der Appell des Ministeriums, sollten daher ausreichend Stallkapazitäten vorhalten, um die Schweine im Falle des Ausbruchs der Schweinepest dort unterbringen zu können.

Doch was ist beim Fund eines kranken oder toten Wildschweines zu tun? Auch wenn die Afrikanische Schweinepest eine reine Tierseuche und somit für den Menschen ungefährlich ist, sollten tot oder krank aufgefundene Wildschweine grundsätzlich nicht berührt werden. Wer ein totes oder erkranktes Wildschwein findet, sollte den Fund sowie die Fundstelle dem zuständigen Jagdpächter melden.

Bei Fragen berät das Veterinäramt. Es ist unter der Telefonnummer 0641/9390-6200 oder per E-Mail unter poststelle.avv@lkgi.de erreichbar.

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