Verkehrsclub kritisiert Nahverkehrsplan

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Gießen(pm). In der Verbandsversammlung des Zweckverbands Oberhessische Versorgungsbetriebe (ZOV) soll heute der gemeinsame Nahverkehrsplan der Kreise Gießen, Wetterau und Vogelsberg beschlossen werden. Für den Kreisverband Gießen des Verkehrsclubs Deutschland (VCD) ist der vorliegende Entwurf kein Fortschritt, nennenswerte Verbesserungen für den Busverkehr im Kreis seien nicht enthalten. Das schreibt Patrik Jacob in einer Pressemitteilung des ökologischen Verkehrsclubs.

Es werde eine große Chance vertan, den öffentlichen Personennahverkehr zukunftsträchtig auszubauen. Der Landkreis Gießen habe sich im Masterplan "100 Prozent Klimaschutz" das Ziel gesetzt, die Treibhausgasemissionen bis 2050 um 95 Prozent zu senken. Der Verkehrsbereich sei hier ein wesentliches Handlungsfeld. Damit müsste aber umgehend begonnen und Finanzmittel zur Verfügung gestellt werden, so der VCD.

Der neue Nahverkehrsplan sei aber wenig innovativ und weise erhebliche inhaltliche und formale Mängel auf. Die umfangreichen Stellungnahmen und Anregungen von Fahrgastbeirat, VCD und weiteren Institutionen, aber auch Kommunen im Anhörungsverfahren seien im Wesentlichen nicht berücksichtigt, kritisiert der Verkehrsclub-Vertreter.

Der VCD hat die Vertreter des Landkreises in der Verbandsversammlung aufgefordert, dem Nahverkehrsplan nicht zuzustimmen und Nachbesserungen zu verlangen.

Besonders problematisch sei, dass der Landkreis seine Zuständigkeit für den ÖPNV vollständig an den Zweckverband abgegeben habe: In dessen Verbandsversammlung stellt der Kreis aber lediglich neun von 52 Sitzen, von denen zurzeit sogar zwei unbesetzt seien. Der Wetterau- und der Vogelsbergkreis haben damit die deutliche Mehrheit und könnten Entscheidungen im Zweifelsfall auch ohne den Landkreis Gießen treffen, kritisiert der VCD. Der Landkreis solle den ÖPNV verstärkt in die politische Diskussion einbinden und Verantwortung für dessen Weiterentwicklung übernehmen.

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