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Verhandlungen zur Waldhausstraße dauern an

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Von: Rüdiger Soßdorf

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Gießen/Wettenberg/Lollar (so). Seit Mitte April ist die Sanierung der Waldhausstraße zwischen Krofdorf und Salzböden abgeschlossen; seit knapp vier Woche ist sie wieder durchgängig befahrbar. Nur zur künftigen Trägerschaft gibt es noch keine Entscheidung.

Die SPD im Kreistag hat nachgefragt, und auch die FDP setzt sich dafür ein, in diesem Punkt möglichst zügig eine Klärung herbeizuführen. Am liebsten wäre es dem liberalen Fraktionsvorsitzenden Harald Scherer, eine Frist bis Ende August zu setzen. Sollte es bis dahin keine vertragliche Einigung zwischen dem Kreis Gießen und den Kommunen Lollar und Wettenberg geben, so seine Idee, dann solle der Kreis das formale Verfahren der Abstufung nach dem Straßenverkehrsgesetz einleiten. Um zu untermauern, dass die Abstufung zwingend erforderlich ist, schlägt die FDP eine Verkehrszählung und ein Gutachten zur Nutzung der Straße vor.

Zur Erinnerung: Der Kreis möchte die uralte und sehr schmale, aber idyllische Straße gerne loswerden. Die K394 soll von einer Kreis- zu einer Gemeindestraße abgestuft werden und damit ins Eigentum von Lollar und Wettenberg übergehen. Die Begründung: Die Straße hat aufgrund ihrer nachrangigen Bedeutung, vornehmlich der Verbindung zweier Dörfer, eher touristischer Nutzung und Nutzung durch Hessen Forst längst keine Funktion als Kreisstraße mehr. Die Kommunen stehen dem bislang eher ablehnend gegenüber, weil sie mit der Übernahme der Straße für deren Instandhaltung zuständig werden.

Seit Monaten laufen Gespräche zwischen dem Kreis und den Kommunen, bislang aber ohne Ergebnis. Aus Lollarer Sicht werde es keine Übernahme geben, sagte Norman Speier (SPD) am Montag im Kreistag. Er ist auch in Lollar kommunalpolitisch aktiv.

Kreis signalisiert Entgegenkommen

Es bedürfe keiner weitergehenden Untersuchung der Verkehrsbedeutung, hielt der CDU-Fraktionsvorsitzende Tobias Breidenbach entgegen. Die K394 sei faktisch keine Kreisstraße mehr. Er riet dazu, jetzt nicht in Hektik zu verfallen und das Ergebnis der Gespräche zwischen Kreis und Kommunen abzuwarten.

Beim Kreis ist zudem vom Lollarer Bürgermeister Jan-Eric Dort noch kein Signal angekommen, dass man die Straße nicht übernehmen werde, erklärte Verkehrsdezernent Christian Zuckermann (Grüne). Es sei im Übrigen vorstellbar, dass der Kreis den Kommunen mit Blick auf künftige Sanierungen Zugeständnisse mache. Der Antrag der FDP erhielt lediglich die Unterstützung der SPD, wurde mehrheitlich von den anderen Fraktionen abgelehnt.

Im Raum steht zudem die Idee, die Waldhausstraße als unechte Fahrradstraße auszuweisen. Dies können allerdings dauerhaft nur die Kommunen.

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