Förderbänder der Gepäcktransportanlage des Frankfurter Flughafens. Foto: dpa
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Förderbänder der Gepäcktransportanlage des Frankfurter Flughafens. Foto: dpa

Gepäck am Flughafen

Das ist der verborgene Weg des Fluggepäcks

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Nach dem Check-In am Flughafen werden Reisende und Gepäck getrennt. Das passiert mit dem Gepäck auf dem Weg bis zum Flieger zurückliegen.

Es rattert gewaltig. Auf den drei, teilweise auch fünf Ebenen der Gepäcktransportanlage des Frankfurter Flughafens herrscht ständige Bewegung. Blaue Plastikwannen fahren vorbei, die eine gefüllt mit einem Hartschalenkoffer, die nächste mit einer Reisetasche im Blümchen-Look oder einem Rucksack, dem noch der Staub der letzten Treckingtour anhaftet.

Während oben in den Terminals die Reisenden vor der Sicherheitskontrolle Schlange stehen oder das Angebot der Duty-Free-Shops durchstöbern, ist im Untergrund ihr Reisegepäck auf Tour. "Das ist das Herzstück unserer Gepäckabfertigung", sagt Hubert Grünewald, Aufgabenleiter Betrieb und Verfahren beim Flughafenbetreiber Fraport, zu der scheinbaren Endlosschlange der Bänder mit dem Gepäck von Urlaubern und Geschäftsleuten.

Das Tempo der Kofferbänder ist zügig. "Unsere schnellste Strecke ist eine Tunnelstrecke zu Terminal 2, da fahren wir fünf Meter pro Sekunde – etwa 18 Kilometer in der Stunde", erläutert er.

Dank der Steuerungstechnik könne auch die Mindestumsteigezeit von 45 Minuten zwischen zwei Flügen eingehalten werden. "Man rechnet mit 15 Minuten Entladung und Ausgabe, 15 Minuten Sortierung", so Grünewald. In der verbleibenden Viertelstunde werde das Gepäck der Transitreisenden zum Anschlussflug gebracht und ins Flugzeug verladen.

Am Frankfurter Flughafen als internationalem Luftverkehrdrehkreuz ist der Transitverkehr von besonderer Bedeutung. Knapp 60 Prozent des Gepäcks werden nicht hier aufgegeben, sondern für den Anschluss zum nächsten Flug umgeschlagen. Rund 80 Kilometer Bänder zwischen den beiden Terminals des größten deutschen Verkehrsflughafens, zwischen Fernbahnhof und Vorfeld, rund 20 000 Plastikwannen für das aufgegebene Gepäck – und normalerweise kein Mensch weit und breit: Die unterirdische Gepäckbeförderung läuft weitgehend automatisch. Grünewalds Kollegen in der Leitstelle können an ihren Computerbildschirmen verfolgen, ob die Anlage problemlos läuft.

Zu diesem Zeitpunkt ist das Reisegepäck bereits offiziell eingecheckt. Dank eines Strichcodes lässt sich jederzeit feststellen, wo sich welches Stück gerade befindet. Vor allem bei "zeitkritischen" Gepäckstücken können die Mitarbeiter so sicherstellen, dass ein Koffer noch rechtzeitig zum Flugzeug kommt. Da werden auch schon mal Weichen umgestellt, um eiligem Gepäck den Weg frei zu machen. "Wir fahren nicht den kürzesten Weg, sondern den schnellsten", sagt Grünewald zu der Koffer-Schnellspur. Doch egal, wie sehr die Zeit möglicherweise drängt – am Sicherheitscheck kommt kein Gepäckstück vorbei.

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