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Der US-Präsident und die Insel im See

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Zugegeben: Der Wißmarer See ist kein Weltmeer, und die Insel mittendrin ist nicht annähernd so groß wie Grönland. Was die Bodenschätze angeht, so besteht derweil Hoffnung: Immerhin wurde bis vor 60 Jahren ordentlich Schotter gemacht mit dem Kies, den man dort aus den Lahnauen geholt hat. Und wo was ist, da kann ja noch mehr sein.

Also bevor sich der amerikanische Präsident am politischen Schwergewicht Dänemark verhebt und an dem dicken Klops Grönland verschluckt: Er könnte ja mal im Wettenberger Rathaus nachfragen, ob denn der Kauf des Inselchens im See möglich wäre.

Sicherlich alles nur eine Frage des Preises… - und da die Wettenberger ohnehin schwer an den Kosten für das Runderneuern des Freizeitgeländes am See zu tragen haben, da könnte ein solches Geschäft doch hochwillkommen sein.

"Well, Mr. President: Three Million Euros? Or 3,3 Million Dollars?" Dafür gäbe es auch noch eine Dauereintrittskarte zum See - lebenslänglich. Wär’ das nicht ein Deal? Okay - da ist sogar noch Spielraum: Dauerkarten für Melania und Ivanka obendrein. Und einen Minigolf-Kurs mit Mike Will. Der zeigt, was in Wißmar Platzreife bedeutet.

Wie? Sie wissen nicht, wie Sie nach Wißmar kommen, Mr. President? Ist doch gar kein Problem! Fürs erste müssten Sie noch mit dem Flughafen Rhein-Main nahe Frankfurt vorlieb nehmen.

Aber wenn man es den Gießenern schmackhaft macht, dann wird bestimmt ein Ausbau von Lützellinden Airport in die Wege geleitet, jedenfalls eine Start- und Landebahn für die "Air Force One".

Kuba ist auch so ein Fall wie Grönland: Diese Perle in der Karibik wollte sich ebenfalls ein amerikanischer Präsident unter den Nagel reißen und hat dabei beinahe den Dritten Weltkrieg heraufbeschworen. Ist damals in den 1960ern ja noch mal gut gegangen. Wie gut, dass die Dänen so ein friedfertiges Völkchen sind und zur Grönland-Anfrage schlicht "nej" sagen. Und welch ein Glück für Wettenberg. Denn das dänische "Nein" steigert die eigenen Insel-Vermarktungs-Chancen.

Wobei einem noch ganz andere Sachen einfallen, wenn man an die Mächtigen der Welt und ihre Beziehungen zu Inseln denkt: Napoleon bekam vor mehr als 200 Jahren ein schönes Domizil auf Elba eingerichtet. Doch da hielt er es nicht lange aus. Wenige Jahre später bot man ihm ein anderes Eiland an: St. Helena im Südatlantik. Da blieb er für den Rest seines Lebens.

Einfach mal weiterdenken - das eröffnet ganz neue Perspektiven.

(so/Foto: Henß)

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