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Über die indischen Partner sollen - wie schon im Vorjahr - Hilfspakete an die Bedürftigen verteilt werden.

Unterversorgt und überfordert

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Gießen (pm). Die Lage in Indien ist dramatisch. Pro Tag infizieren sich mehr als 400 000 Menschen neu mit Corona, rund 4000 Menschen sterben. Die Dunkelziffer wird als deutlich höher angesehen. Die rasche Ausbreitung des Virus bringt Krankenhäuser an ihre Belastungsgrenze. Es fehlt an Betten, Sauerstoff, Impfstoff und mehr. Das Gesundheitssystem droht zusammenzubrechen und ist am Rande seiner Möglichkeiten.

Katastrophale Zustände herrschen auch in der Diözese Krishna-Godavari im Bundestaat Andhra Pradesh, mit der die evangelische Kirche in der Region Gießener Land seit fast 40 Jahren partnerschaftlich verbunden ist.

Akt der Nächstenliebe

Die Evangelische Kirche in Hessen und Nassau (EKHN) hat angesichts der sich zuspitzenden Corona-Lage in Indien zu Spenden für das Land aufgerufen. Die Entscheidung fiel am Samstag nach einer Videokonferenz mit Partnern in Indien. In dem Gespräch unter anderem mit Hessen-Nassaus Kirchenpräsident Volker Jung und den Vorsitzenden der hiesigen Partnerschaftsausschüsse hatten die Bischöfe der indischen Partnerdiözesen gegenüber der EKHN ihre Sorgen zum Ausdruck gebracht.

Auch die Kirchen in Indien - nur etwa vier Prozent der Bevölkerung sind Christen - trifft die Krise hart. Ihre Ressourcen sind erschöpft, viele Mitarbeitende krank. Trotzdem sehen sie sich in der Verantwortung der Nächstenliebe, bieten Hilfe an.

In Andhra Pradesh mit etwa 100 Millionen Einwohnern waren die Zahlen Ende April: 1 043 441 Infizierte, 95 131 aktuelle Fälle, 7736 Todesfälle. Für Krishna-Godavari heißt das: »Der Tod kommt uns so nah« - so Bischof George Cornelious in der Videoschalte. »Viele mir bekannte Personen sind gestorben, darunter auch Mitarbeiter der Diözese«, fügte er hinzu. Viele Menschen lebten in Angst und in Unsicherheit und hätten wegen Ausgangssperren und Lockdown kein Einkommen. Und da von den rund 300 000 Christen in Krishna-Godavari die meisten »Dalit« (Kastenlose) sind, stehen sie ohnehin am hinteren Ende der durch das Kastensystem bestimmten Schlange. So sind für sie - oft Tagelöhner oder Kleinstverdiener mit großen Familien - neben den Infektionszahlen und dem Mangel an Tests, Handschuhen oder Masken auch der Zugang zu sauberem bzw. fließendem Wasser und täglicher Nahrung schwierig. Es gibt keine Krankenversicherung im deutschen Sinne, doch jeder Inder hat Anspruch auf Behandlung in einem staatlichen (!) Krankenhaus. »Diese werden jetzt beim geringsten Symptom natürlich überrannt. Außerdem sind viele Kirchengebäude geschlossen, die sonntäglichen Gottesdienst-Kollekten fehlen und damit auch Einnahmen für die Kirchen«, heißt es in einer Pressemitteilung.

Hilfe für Bedürftige

Der Partnerschaftsausschuss Krishna-Godavari im Gießener Land ist in ständigem Kontakt mit der Diözese und bittet in dieser desaströsen Lage um Spenden. Wie bereits im Jahr 2020 sollen über die indischen Partner »Packages« mit Essen (Reis, Gewürze, Linsen, Öl) und Hygieneartikeln (Masken, Desinfektionsmittel, Zahnbürsten) an die Bedürftigen verteilt werden.

Spendenkonto »Corona-Hilfe 2021 Krishna-Godavari«: Ev. Dekanat Hungen, IBAN: DE11 5139 0000 0081 1197 16. - Weitere Informationen bei Pfarrer Bernd Apel per E-Mail an bernd.apel@ekhn.de.

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