Unterstützung im Ausnahme-Alltag mit Baby

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Gießen(pm). Die Zeit rund um die Geburt eines Kindes ist aufregend, aber auch verunsichernd. Miriam Bödeker-Koch weiß, wie sehr sich für Eltern das bisher gewohnte Leben verändert. Die 42-Jährige betreut und berät Familien im Rahmen des Programms "Runde Sache" von Stadt und Landkreis Gießen. "In Zeiten der Corona-Pandemie ist diese Aufgabe besonders wichtig. Viele junge Mütter und Väter sind wegen der Kontaktbeschränkungen besorgt", heißt es in einer Pressemitteilung des Landkreises, die auch über Bödeker-Kochs veränderten Arbeitsalltag informiert.

Als Honorarkraft berate sie nun häufiger als sonst Eltern am Telefon. "Ich rufe regelmäßig die Familien an und bespreche Fragen, Ängste und Nöte", erzählt sie. Wichtig sei ihr, Ruhe und Sicherheit zu vermitteln. Wo möglich und nötig, mache sie auch weiter Hausbesuche, "natürlich unter Berücksichtigung der aktuellen Vorschriften."

Eltern und Kind als Einheit

Bödeker-Koch ist selbst Mutter zweier Kinder und Kinderkrankenschwester, arbeitete nach ihrem Examen auf der integrativen Wochenbettstation im evangelischen Krankenhaus und war in der ambulanten Intensivpflege für Kinder tätig. "Sowohl auf der Wochenbettstation als auch in der Kinderintensivpflege habe ich sehr gerne Eltern und Kinder als Einheit wahrgenommen", erzählt sie. Berufsbegleitend bildete sie sich in 300 Unterrichtseinheiten zur Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin weiter.

Ihre Erfahrung bringt sie laut der Mitteilung im Team der Honorarkräfte der "Runden Sache" ein, dem kostenlosen Familien-Hebammen-Programm von Landkreis und Stadt Gießen. Familien-Hebammen sowie Familien-Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerinnen unterstützen von der Schwangerschaft bis zum ersten Geburtstag eines Kindes. Sie beantworten Fragen rund um Geburt, Stillen, Essen, Schlafen, Weinen - "eben alles, was zur kindlichen Entwicklung gehört". Bei Krisen, Problemen oder Schwierigkeiten, wenn es zum Beispiel um Finanzen oder Wohnungssuche geht, sind sie als Lotsinnen tätig und vermitteln an andere Ansprechpartner. Sie sind für Mütter und Väter da, die vor und nach der Geburt eines Kindes Unterstützung brauchen, die über die übliche, von den Krankenkassen gezahlte Vor- und Nachsorge hinausgeht.

Müttern und Vätern eines Säuglings fehlten während der Corona-Krise vor allem persönliche Kontakte und Unterstützung von Familie und Freunden, so Bödeker-Koch. "Häufige Fragen sind zum Beispiel: Kann ich mich während der Schwangerschaft anstecken? Ist mein Baby besonders gefährdet?" Hans-Peter Stock, Kreis-Gesundheits- und Sozialdezernent, ermutigt Eltern, bei Fragen Kontakt zur "Runden Sache" aufzunehmen. "Hilfe oder Rat zu suchen ist kein Zeichen von Schwäche", sagt Stock und weist darauf hin, dass die Fachkräfte auch während der Pandemie zur Verfügung stehen.

Das Koordinationsteam der "Runden Sache" ist zu erreichen unter Tel. 06 41 / 93 90 14 04 oder per E-Mail an rundesache@lkgi.de. Weitere Angebote gibt es unter www.elternsein.info/beratung-anonym/anonym-kostenlos/corona-zeiten-beratung-jetzt-fuer-eltern.

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