Mit dem Rad zum Unterricht

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Gießen(pm). Rein in die Pedale und raus an die frische Luft: Der Landkreis Gießen möchte erreichen, dass mehr Schüler mit dem Rad zur Schule fahren. Gemeinsam mit Kommunen, Schulen, dem Allgemeinen Deutschen Fahrradclub (ADFC) und weiteren Partnern hat er nun ein Pilotprojekt gestartet.

Begonnen wurde zum gestrigen Schulanfang an den Standorten Buseck, Lich, Linden und Lollar. "Weitere Standorte für das Projekt ›Auf dem Rad zur Schule‹ werden in den nächsten Wochen folgen", sagt Landrätin Anita Schneider.

Anlass der Aktion ist die Corona-Pandemie. Denn wer zur Schule radelt, vermeidet enge Kontakte zu anderen im Bus und eine steigende Zahl von Elterntaxis. "Im Bus ist es vor allem beim Ein- und Aussteigen oft schwierig, den Mindestabstand von anderthalb Metern einzuhalten", sagt Schneider.

Schuldezernentin Dr. Christiane Schmahl empfiehlt: "Bewegung ist gut - und wo es sicher und möglich ist, sollte der Schulweg zu Fuß oder mit dem Rad zurückgelegt werden." Das sei nicht nur gesund, sondern auch umweltfreundlich.

Gemeinsam mit Partnern entstand die Idee für das Pilotprojekt. In einem ersten Part machen die Gesamtschule Busecker Tal, die Dietrich-Bonhoeffer-Schule Lich, die Anne-Frank-Schule (AFS) Linden und die Clemens-Brentano-Europaschule Lollar mit. Ehrenamtliche aus dem ADFC und anderen lokalen Initiativen wie beispielsweise der Initiative "Verkehrswende in Buseck" oder "Klima Initiative Linden" hatten bereits im Vorfeld solche Überlegungen angeregt.

Dafür sollte man sich mit dem Rad an zentralen Punkten in den jeweiligen Ortsteilen treffen und mit ausreichendem Abstand zueinander zur Schule radeln. Freiwillige, Eltern und Vereine sind aufgerufen zu helfen, um den Fahrradtross zu begleiten. Gefährliche Punkte der Radwege zur Schule wie Querungen und Kreuzungen werden größtenteils durch die jeweiligen Ordnungsämter vor Schulbeginn und nach Unterrichtsende abgesichert.

Keine Elterntaxis bis vors Schultor

An den Schulen sorgen Kommunen und Schulen dafür, dass Elterntaxis nicht direkt bis vors Schultor fahren. Eltern werden mit Info-Briefen über das Angebot aufgeklärt. "Wir möchten in Zeiten der Pandemie versuchen, die Schülerströme zu entzerren", sagt Schneider. "Wenn wir es schaffen, dass sich mehr Schüler aufs Rad setzen, haben wir auch für die Zukunft viel erreicht. Hier besteht die Chance für eine Verstetigung und Nachhaltigkeit des Modellvorhabens des Projektes."

Wo es machbar ist, soll das Projekt auch auf Grundschulen ausgeweitet werden, sagt Schuldezernentin Schmahl.

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