Unmut über Impfpriorisierung

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Gießen (pm). Der Kreisfeuerwehrverband hat sich in einem offenen Brief an Hessens Innenminister Peter Beuth gewandt. Die rund 3 000 Feuerwehrangehörigen aus den 18 Städten und Gemeinden im Landkreis könnten nicht nachvollziehen, »wieso wir noch nicht prioritär gegen Covid-19 geimpft werden«, heißt es in dem Schreiben.

Die Feuerwehrleute kritisieren, dass sowohl Lehrer, einschließlich Sekretärinnen und Hausmeister, oder aber Gerichtsvollzieher vorgezogen würden und ehrenamtliche Feuerwehrkräfte auch nicht den Kollegen der Berufsfeuerwehren gleichgestellt werden. »Der Unmut über die Tatsache, dass ehrenamtliche Feuerwehrkräfte derzeit aufgrund der bestehenden gesetzlichen Regelungen und Impfstoffknappheit immer noch nicht geimpft werden können, wächst«, erklärte Verbandsvorsitzender Michael Klier.

Zudem prangert der Kreisfeuerwehrverband an, dass derzeit keine praktische Ausbildung im Grundlehrgang auf Kreisebene gemacht werden dürfe, »obwohl wir ein sehr ausgewogenes Hygienekonzept haben«. Die Kommunen würden die Ausbildung erlauben, auch für die Berufsfeuerwehr gebe es Lehrgänge.

»Wir erwarten die Erlaubnis zur praktischen Ausbildung auch in den Kreislehrgängen«, schreibt der Kreisfeuerwehrverband. »Wir haben gelernt und beweisen es täglich, dass wir gefährliche Situationen mit Bränden, atomaren, biologischen und chemischen Stoffen beherrschen - aber Sie trauen uns nicht zu, dass wir mit Covid-19 umgehen können!«

Es wäre der Öffentlichkeit kaum zu vermitteln, dass die Feuerwehren wegen Covid-19-Erkrankungen nicht ausrücken könnten, aber der Gerichtsvollzieher kommen könne, weil er geimpft sei. »Wir verstehen das nicht mehr und wollen auch geschützt werden«, fordert der Kreisfeuerwehrverband. Das Verhalten der Landesregierung zeige »fehlende Wertschätzung gegenüber den ehrenamtlichen Einsatzkräften«, urteilen Klier und seine Kollegen.

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