IMG_6696_290921_4c
+
Christian Zuckermann wird als neuer hauptamtlicher Kreisbeigeordneter ins Amt eingeführt.

Umweltdezernat für die Grünen?

  • Rüdiger Soßdorf
    VonRüdiger Soßdorf
    schließen

Gießen (so). Am Freitag, 1. Oktober, tritt Christian Zuckermann seinen neuen Job als hauptamtlicher Beigeordneter in der Kreisspitze an. So, wie es die Koalition von CDU, Grünen und Freien Wähler verabredet hat. Am Montag wurde der Grünen-Politiker in geheimer Abstimmung vom Kreistag gewählt und sogleich ins Amt eingeführt und vereidigt.

Ungeklärt ist aber bis heute, welche Aufgaben der 48-Jährige übernehmen soll. Am gestrigen Dienstagabend wollten sich Spitzenvertreter der Koalition dazu abstimmen, mit welchen Ideen und Vorschlägen sie in den Dialog mit Landrätin Anita Schneider (SPD) gehen. Denn der Landrätin obliegt die Dezernatsverteilung. Ein Gespräch dazu soll noch in dieser Woche stattfinden.

Das von Schneider bisher bekannte (und gestern aus dem Kreishaus bestätigte) Signal: Bis zur Stichwahl um das Landratsamt wolle sie keine Änderung an den Dezernats-Zuschnitten vornehmen. Schneider und CDU-Mann Peter Neidel stehen Ende Oktober zur Wahl

Gleichwohl ist man in der CDU-geführten Koalition guter Dinge, in Sachen Dezernate in dieser Woche gemeinsam zu einer Lösung zu finden.

Die Koalition hatte bereits im Frühsommer ihr Interesse dargelegt, die Arbeit anders und ausgewogener - vor allem auf mehr Schultern - zu verteilen. In Blick dabei eine Häufung von Aufgaben bei der Landrätin. Nicht zuletzt damit war auch die dritte hauptamtliche Dezernentenstelle (neben dem Ersten Kreisbeigeordneten Christopher Lipp, CDU und dem Beigeordneten Hans-Peter Stock, FW) begründet worden. CDU-Fraktionvorsitzender Tobias Breidenbach hatte zudem im Juni den Anspruch formuliert: »Wir wollen mehr politisch steuern!« Dazu sollte jeder der drei Partner hauptamtlich neben der Landrätin oder dem Landrat in der Kreisspitze vertreten sein.

Die seit dem Frühling in der Opposition sitzende SPD lehnt die für Zuckermann geschaffene Stelle ab und verweist auf Kosten in einer Größenordnung von 2,5 Millionen Euro in sechs Jahren.

Für die Grünen ist klar, dass ihr Dezernent die Zuständigkeiten haben soll, für die sie von den Wählern einen Auftrag bekommen haben: Umwelt, Natur- und Klimaschutz. Die Idee ist, ein eigenes Umweltdezernat aufzubauen mit allen Schlüsselressorts, die dazugehören. Das könnten auch noch Abfallwirtschaft, Verkehrsplanung und Radwege sein.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare