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Gefahrenpunkt auf der nur für Busse erlaubten, aber von Pkw-Fahrern verbotswidrig genutzten Umleitung durch Münster: Linker Hand liegt der Spielplatz.

Umleitung sorgt für Unmut

  • Thomas Brückner
    VonThomas Brückner
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Laubach (tb). An diesem Dienstagnachmittag bleibt es ruhig auf dem idyllischen Wirtschaftsweg, der am Münsterer Spielplatz vorbeiführt. Von 15.30 bis 16 Uhr passieren nur zwei Busse die Figuren, die Ernst Ruschig geschreinert hat: Darauf ein lachender Junge mit rot-weißen Turnschuhen und blauem Shirt, der ein Schild hochhält: »Laaangsam!«.

Nicht anders war es, als sich kurz zuvor die Teilnehmer an der Verkehrsschau - darunter Vertreter von Stadt und Polizei - hier umgesehen hatten. Bürgermeister Matthias Meyer: »Nur ein Auto.« Und dessen Fahrerin habe die für den überörtlichen Verkehr gesperrte Umleitungsstrecke nutzen dürfen.

Der Appell des Jungen mit Turnschuhen ist auch weniger an die Busse adressiert, auch wenn die bis zu 100 mal am Tag durch Münster fahren. Und die nun mal auf die Umleitung über Feldwege angewiesen sind, seitdem die Landesstraße wegen der Brückenarbeiten blockiert ist.

Gerichtet ist der Appell vielmehr an jene Fahrer, die trotz Verbots nach Münster hineinfahren.

Gefahrenstelle am Spielplatz

»Falsche Zeit«, kommentiert ein Anwohner der Oberpforte eingangs erwähnte Beobachtung. »Morgens, im Berufsverkehr, ist hier der Teufel los! Gestern gab es gar einen Stau.« Kein Wunder, reicht doch die Kapazität der Wirtschaftswege für die aus Richtung Lich und Laubach kommenden Busse. Nicht aber für die vielen Pkw, deren Fahrer den Umweg über die offizielle Umleitung vermeiden. Und gerade in den Stoßzeiten die Anwohner im alten Ortskern nerven.

Dass es in erster Linie darum gehe, Unfälle zu verhüten, betont Ortsvorsteher Klaus-Dieter Schmitt, dem bereits von brenzligen Situationen berichtet worden ist. Zumal die »meist auswärtigen« Fahrer das Tempolimit von 30 km/h ignorierten. Schmitts Stellvertreter Manuel Ruschig zitiert Münsterer mit den Worten: »Wir wollen nicht warten, bis ein Kind über den Haufen gefahren wird.«

Erwähnte Figuren und die Warnungen am Spielplatzausgang (»Achtung, Autos!«) sind auf Initiative von Eltern aufgestellt worden. Diese wie auch die Anlieger, so Ruschig, forderten eine bessere Beschilderung des Tempo-Limits und härtere Kontrollen: »Wenn die Leute schon illegal auf den Feldwegen fahren, dann wenigstens langsam.« Von Stadt und Hessen-Mobil müsse unbedingt was passieren, die Kontrollen seien vielfältig, scheinten aber nicht abzuschrecken.

»Was kann man noch mehr machen?« - eine Frage, die sich auch der Bürgermeister stellt. »Zweimal wöchentlich wird kontrolliert, wir können nicht jeden Tag in Münster sein.« Meyer muss auch jene enttäuschen, die auf die Verkehrsschau gesetzt hatten. Eine weitergehende Diskussion habe es nicht gegeben, ihm sei bedeutet worden, dass Hessen Mobil zuständig sei; auch was Themen wie den Verkehrstrichter am Ortseingang und den Kreisel am Münsterer Kreuz angeht.

Was den Gefahrenpunkt am Spielplatz anlangt, werde die Ausweisung einer Verkehrsberuhigten Zone, von baulichen Maßnahmen begleitet, geprüft. Dies in Absprache mit Ortsbeirat und Polizei. Nur sei das ad hoc nicht zu machen. Und: »Die Umleitung kriegen wir da nicht weg.« Von daher gelte es, das Bewusstsein der Autofahrer zu schärfen. Die Erneuerung der Brücke, daran sei erinnert, soll bis zum Jahresende dauern. FOTO: TB

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