Während andere Kommunen die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich in ihren Kassen spüren, steht Fernwald gut da. Der Haushalt 2021, den der Bürgermeister in der Gemeindevertretung vorlegte, weist einen Überschuss von 726 337 Euro aus. ARCHIVFOTO: PAD
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Während andere Kommunen die Auswirkungen der Corona-Pandemie deutlich in ihren Kassen spüren, steht Fernwald gut da. Der Haushalt 2021, den der Bürgermeister in der Gemeindevertretung vorlegte, weist einen Überschuss von 726 337 Euro aus. ARCHIVFOTO: PAD

Überschuss statt Defizit

  • vonChristina Jung
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Während viele Kommunen finanziell unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie leiden, steht Fernwald gut da. Der aktuelle Haushalt weist im ordentlichen Ergebnis einen Überschuss statt wie andernorts ein Defizit aus.

Die Auswirkungen der Corona-Pandemie treffen viele Städte und Gemeinden hart. Vor allem Einbrüche bei der Gewerbesteuer reißen Löcher in die ohnehin schon klammen Kassen. Defizitäre Haushalte sind die Folge. Auf Fernwald, wo Bürgermeister Stefan Bechthold das Zahlenwerk für 2021 in der Sitzung der Gemeindevertretung am Dienstagabend einbrachte, trifft das nicht zu. Der Haushalt mit einem Gesamtvolumen von rund 17 Millionen Euro weist einen Überschuss von 726 337 Euro aus.

"Fernwald ist eine finanz- und leistungsstarke Kommune, die sehr gut für die Herausforderungen der Zukunft aufgestellt ist", freute sich der Rathauschef über das "herausragende Ergebnis". Ursächlich dafür sei die erfolgreiche Ansiedlungspolitik der vergangenen Jahre. Die Gemeinde verfüge über ein breit aufgestelltes Gewerbe, die Steuervorauszahlungen seien nicht so stark eingebrochen wie andernorts, erklärt Fernwalds Finanzchef Manuel Rosenke später auf GAZ-Nachfrage. Er erwartet für 2021 Steuereinnahmen von mehr als 10 Millionen Euro.

Positiv auf das Haushaltsergebnis wirkt sich auch die Abwicklung der EBF aus. Rückstellungen in Höhe von 1 Million Euro, die die Kommune in den vergangenen Jahren für die Erschließungs- und Betriebsgesellschaft gebildet hatte, werden für diese nicht mehr benötigt und übernommen, ebenso wie das Vermögen der EBF.

Den Einnahmen stehen Ausgaben von rund 16,7 Millionen Euro gegenüber. Größte Brocken sind dabei die Kosten für Personal (5,5 Millionen Euro) sowie Kreis-, Schul-, Gewerbesteuer und Heimatumlage (5,6 Millionen Euro). Weil laut Bechthold der Ausbau der Infrastruktur und die Weiterentwicklung der Gemeinde gerade in Zeiten wie diesen besonders wichtig ist, sieht der Haushalt 2021 auch knapp sechs Millionen Euro für Investitionen vor. Der größte Anteil entfällt auf den geplanten Kita-Neubau in Annerod, der im aktuellen Zahlenwerk mit 1,06 Millionen Euro berücksichtigt ist. Dazu kommen rund vier Millionen als Übertrag aus 2020. Finanzieren will die Gemeinde ihre Investitionen mit Krediten, nimmt dafür rund 5,6 Millionen Euro neue Schulden auf.

Zurück zum Kindergartenneubau beziehungsweise dem damit unmittelbar zusammenhängenden Projekt Nahversorgungszentrum. Der städtebauliche Vertrag mit Norma-Projektierer Oliver Kropp stand am Dienstagabend zur Beschlussfassung an. Einstimmig votierte das Plenum dafür. In der gemeinsamen Sitzung von Bau- sowie Haupt- und Finanzausschuss unmittelbar zuvor hatte es jedoch deutliche Kritik an dem Papier gegeben. Der Anlass: die 75 Parkplätze, die auf dem Areal an der Großen-Busecker-Straße entstehen. Ursprünglich war geplant, dass der Investor diese baut und an die Gemeinde vermietet. Jetzt übernimmt die Kommune die Kosten in Höhe von 350 000 Euro. Der Bürgermeister sprach von einem "verkehrspolitischen Pilot" und einer "sauberen Lösung", die zudem Vermögen schaffe. Zustimmung erhielt er von SPD und FW, Gegenwind kam von CDU und Grünen.

Kritik an Vertrag

Von einem "enormen Betrag" sprach Mark Reitmeier (CDU), der außerdem Nutzungskonflikte befürchtete. Gisela Papstein (Grünen) bezweifelte gar, dass die Stellplätze frei verfügbar seien und kritisierte verschiedene Vertragsformulierungen. Während sich die Grünen in den Ausschüssen enthielten, stimmten die anderen Fraktionen für den Vertrag. Um "ein klares Signal an die Zukunft" zu setzen (Stefan Becker, FW) und dieses "wichtige Thema jetzt abzuräumen" (Mark Reitmeier, CDU).

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