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In der Leitstelle in Gießen gehen immer mehr Notrufe ein.

Über 40 000 Rettungsdiensteinsätze

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Gießen(pm). Die Zahl der Rettungsdiensteinsätze im Landkreis Gießen hat im vergangenen Jahr einen neuen Höchststand erreicht. Die Leitstelle verzeichnete insgesamt 40 604 Einsätze, die abgerechnet wurden - 1626 mehr als im Vorjahr.

Zum Vergleich: Im Jahr 2010 waren es 28 098 abrechenbare Einsätze. "Dies entspricht einer Steigerung von 44,5 Prozent innerhalb von zehn Jahren", sagt Landrätin Anita Schneider.

Zum Teil sei der Anstieg der Zahlen auf "das unzureichend funktionierende System des zentralisierten Ärztlichen Bereitschaftsdienstes" zurückzuführen. "Häufig wählen Menschen aus Unklarheit oder Unsicherheit den Notruf 112 und ein Rettungswagen rückt aus, obwohl der Einsatz nicht nötig gewesen wäre", so die Landrätin.

Bundesweiter Fachkräftemangel

Zwar stiegen durch die hohe Zahl der Einsätze im vergangenen Jahr auch die Einnahmen des Landkreises aus der Leitstellengebühr auf rund 2,7 Millionen Euro, dennoch bedeute der Höchststand auch eine erhebliche Arbeitsbelastung, sagte die Landrätin, die auch Gefahrenabwehrdezernentin ist.

Das Team der Leitstelle leiste eine "verantwortungsvolle und oft belastende Arbeit". Notrufe müssten innerhalb von zehn Sekunden angenommen werden, eine umfangreiche Dokumentation sei erforderlich. Die Mitarbeiter erlebten auch mit, wie Menschen um ihr Leben kämpfen.

Die Landrätin weist vor diesem Hintergrund noch einmal auf die Forderung des Hessischen Landkreistags nach einem Berufsbild für die Leitstellen mit einheitlichen Regelungen für Ausbildung und Weiterqualifizierung hin. Die Arbeit in einer Leitstelle setze verschiedene Vorkenntnisse und Einsatzerfahrungen aus den Bereichen Feuerwehr, Rettungsdienst und Katastrophenschutz voraus. Ein einheitliches Berufsbild sei auch wünschenswert, um den Fachkräftemangel im Rettungsdienst zu reduzieren, der bundesweit zu spüren sei. ARCHIVFOTO: RÜG

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