Die Turteltaube ist Vogel des Jahres. FOTO: NABU/RALF THIERFELDER
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Die Turteltaube ist Vogel des Jahres. FOTO: NABU/RALF THIERFELDER

Turteltaube bedroht

  • vonred Redaktion
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Gießen(pm). Die Turteltaube ist der "Vogel des Jahres 2020". Da passte es gut, dass der Kreisverband des Naturschutzbundes (NABU) einen Vortrag zur kleinsten heimischen Taubenart vorgesehen hatte. Denn auch an der Gießener Universität forschen Ornithologen zu Lebensweise und Rückgangsursachen der Turteltaube.

"Bei Tauben denken die meisten Menschen zunächst an die Straßentauben", sagte Yvonne Schumm. Die Promotionsstudentin der AG Verhaltensökologie erläuterte, dass es drei weitere Arten heimischer Wildtauben gibt: Ringel-, Türken- und Turteltaube. Letztere ist als Vogelart weltweit im Bestand bedroht und zeigt europaweit Populationsrückgänge über 50 Prozent. Als Ursachen zählte die Referentin neben Lebensraumverlusten und Krankheiten vor allem legale und illegale Jagd auf. "Seit 1980 sind fast 90 Prozent ihrer Bestände in Deutschland verloren gegangen."

Für Deutschland geht man aktuell von etwa 22 000 Brutpaaren aus. Allein innerhalb Europas dürfen bis 2,2 Millionen Turteltauben jährlich abgeschossen werden, hinzu kommt eine hohe Zahl illegaler Abschüsse in Europa und Afrika. "Zudem ist nicht genau bekannt, wo die Turteltauben überwintern und wo Zugwege verlaufen." Funde von beringten Vögeln lieferten hierzu zwar Erkenntnisse, es bleiben aber viele Lücken.

Deshalb werden Turteltauben mit kleinen Sendern ausgestattet. Die Ergebnisse dieses Gemeinschaftsprojekts von NABU, Uni Gießen und Birdlife international lassen sich live unter blogs.nabu.de/zugvoegel verfolgen. Die Gießener Forscher sind an Meldungen interessiert, wo Turteltauben noch regelmäßig vorkommen, um die Habitate zu analysieren und die Vögel zu fangen und mit Sendern auszustatten.

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