Saniert: Burg Vetzberg ist vom Gerüst befreit. FOTO: WS
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Saniert: Burg Vetzberg ist vom Gerüst befreit. FOTO: WS

Turm erstrahlt in neuem Glanz

  • Rüdiger Soßdorf
    vonRüdiger Soßdorf
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Der Vetzbergturm ist weithin sichtbar und gehört - neben dem Dünsberg - zu den Wahrzeichen von Biebertal. Pünktlich zum 50-jährigen Bestehen der Großgemeinde erstrahlt er nach der Sanierung in neuem Glanz.

Mehr als sechs Jahre lang trug der Vetzbergturm zur Absicherung eine "Bauchbinde". Denn im Jahr 2013 wurde an der Seite des mächtigen Bergfriedes eine Ausbuchtung festgestellt. Ein bald 50 Quadratmeter großes Stück Mauerwerk war schadhaft und drohte wegzubrechen. Mehrfach wurden die Arbeiten verschoben, erst 2019 hat die Firma Kaufmann aus Neu-Isenburg, spezialisiert auf die Sanierung denkmalgeschützter Gebäude, die umfangreichen Arbeiten aufgenommen.

Jetzt sind die Arbeiten abgeschlossen, das Gerüst ist wieder abgebaut, der Bergfried mit seinem Turm ist wieder ohne Einschränkung zu sehen und glänzt in der Frühlingssonne.

Saniert wurden das Mauerwerk samt Gewölbe sowie das Dach. Erneuert wurden auch die Leiter, Treppen und Podeste im Innern des Turms. Im Oktober 2013 wurde das lose Mauerwerk am Bergfried mit einem schweren Netz gesichert, sodass es nicht unkontrolliert herausbrechen und in die Tiefe stürzen konnte.

Mehrfach waren die Arbeiten angekündigt worden, mehrfach wurden sie verschoben. Die Sanierung war mit rund 500 000 Euro veranschlagt; da war die Gemeinde Biebertal als Eigentümerin der Ruine dankbar für Zuschüsse. Je 80 000 Euro gab es vom Bund, vom Land und von der Deutschen Stiftung Denkmalschutz, letztgenannte Fördermittel stammen aus der Lotterie "Glücksspirale". Auch der Landkreis hat 8000 Euro dazugegeben. Für die Gemeinde blieben rund 200 000 Euro zu stemmen.

Steil und eng

Allein das Gerüst war eine logistische und statische Herausforderung auf der steilen und engen Basaltkuppe. Der Turm wurde komplett eingerüstet, um das Mauerwerk rundum von Bewuchs zu befreien und neu zu verfugen.

Das Gerüst wurde so erstellt, dass es nicht nur die Arbeiter trägt, sondern zugleich den Turm stabilisierte, als die große schadhafte Stelle an der Südwestseite geöffnet und dann neu aufgemauert wurde.

Der Turm ist - wie auch der Bergfried auf dem Gleiberg - eine zweischalige Konstruktion mit einer inneren und einer äußeren Mauer, letztere ist rund 60 Zentimeter stark. Der Raum dazwischen ist seit Jahrhunderten mit Bauschutt und anderen Materialien aufgefüllt. Wasser war eingedrungen und hatte für Druck zwischen den Mauern gesorgt.

Die letzte größere Sanierung lag mehr als 40 Jahre zurück. Die Ruine ist ob des herrlichen Ausblicks und der Gastronomie ein beliebtes Ausflugsziel.

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