VW Golf

Mit ihrem Golf namens "Rolf" hat Tanja Reinhardt "eine eheähnliche Verbindung"

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Der Golf ist ein Glücksfall für VW - und für Tanja Reinhardt. Schon gut 300 000 Kilometer hält ihr "Rolf", so nennt sie ihren Golf, bereits die Treue. Erlebt hat sie mit ihm so einiges.

Diese Geschichte kennt fast jeder, der Interesse an Autos hat: Ende der 60er, Anfang der 70er steckte der Volkswagenkonzern in einer schweren Krise. Mit der veralteten Modellpalette – als Stichworte seien hier nur Heckantrieb und luftgekühlte Motoren genannt – war zumindest in den Industriestaaten kein selbiger mehr zu machen.

Der "Käfer" als Brot-und-Butter-Auto der Nachkriegszeit rollte bald nur noch in Mexiko vom Band, und weder der Versuch mit dem VW 1500/ VW 1600 noch mit dem 411 brachte die Wende. Die sollte erst der berühmte K 70 einleiten. Von NSU entwickelt, war es das erste Auto des Konzerns mit wassergekühlten Frontmotor und Frontantrieb.

Erst die Nachfolgemodelle Passat und erst recht der Golf I, zugleich Begründer der Kompaktklasse, aber schlugen richtig ein. Letzterer hebt bereits in der siebten Generation die Laune der VW-Vorstände – sofern dies angesichts des Abgas-Skandals überhaupt noch möglich sein sollte.

"Er hat genauso seine Macken wie ich"

Wenn ein Auto einen Namen trägt, dann handelt es sich meist um ein enges, ungetrübtes Verhältnis. So wie bei Tanja Reinhardt: "Mein Golf V, auch ›Rolf‹ genannt, und ich führen seit über zwölf Jahren eine ›eheähnliche Beziehung‹. Er hat genauso seine Macken wie ich, aber ich möchte ihn einfach nicht missen", sagt sie.

Tatsächlich ist "Rolf" aber ein treuer und vor allem zuverlässiger Gefährte: Der ist zwar erst 13 Jahre jung, hat aber bereits 303 000 Kilometer runter und läuft und läuft. "Und das für einen Benziner", wie seine Besitzerin betont.

Was diese Beziehung von Mensch und Maschine gestärkt haben dürfte: Beide haben schon sehr viel miteinander erlebt. Viel Schönes, aber auch weniger Schönes", erzählt Reinhardt.

Schlafplatz war der Golf auch schon

Zuerst die guten Nachrichten: Einige schöne Urlaube, von der Ostsee bis nach Bayern, haben sie zusammen verbracht. Wenn’s nötig ist, legt sich "Rolf" richtig ins Zeug: "Beim Campen steht er mir stets treu zur Seite. Etwa wenn es darum geht, den schweren Anhänger zu ziehen. Oder wenn er einfach nur zur richtigen Zeit das passende Werkzeug oder Equipment aus der Standard-Ausrüstung in seinem Kofferraum für mich bereit hält: Wir sind einfach ein eingespieltes Team."

Zudem habe sie der Volkswagen schon zu vielen Konzerten und Festivals begleitet und auch schon mal als Schlafplatz gedient, "wenn das Wetter gerade wieder mal nicht mitgespielt hat".

"Rolf" hat seinen eigenen Kopf

Doch gab es natürlich auch dunkle Momente: "Vor etwa sieben Jahren hatten wir eine Kollision mit der Leitplanke auf der Autobahn, da hat er sich die komplette rechte Seite verschrammt und schützenderweise seine Seiten-Airbags für uns entfaltet."

Reparaturen blieben natürlich auch nicht aus: Als eine der bedrohlichsten "Krankheiten", so die Besitzerin, sollte sich eine kaputte Kopfdichtung erweisen. Auch musste das Getriebe schon mal repariert werden. Offenbar hat "Rolf" seinen eigenen Kopf: Vor vier Jahren hatte er sich verselbstständigt, rollte gegen einen Steinhaufen auf dem Hof der Nachbarn! "Die komplette Front war eingedrückt."

Vom "großen Bangen" spricht Reinhardt, wenn die Sprache auf den TÜV kommt. Bisher aber hat sie ihn immer durchbekommen – "dem Kfz-Schrauber meines Vertrauens sei Dank."

Der Sohn hatte das Auto bereits mit ausgesucht, vor drei Jahren absolvierte er mit dem dann auch seine ersten Kilometer. Jetzt hofft die Mückerin, dass in diesem Jahr ihre Tochter noch mit "Rolf" auf die Piste geht und dieser der ganzen Familie noch lange treu zur Seite stehen wird – "bis dass der TÜV uns scheidet".

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