Neue Corona-Regeln: Größere Jagden sind im Landkreis Gießen bald erlaubt.  (Symbolbild)
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Neue Corona-Regeln: Größere Jagden sind im Landkreis Gießen bald erlaubt. (Symbolbild)

Neue Allgemeinverfügung

Trotz Corona: Landkreis Gießen erlaubt Jagden mit zehn Teilnehmern und mehr

  • Alexander Gottschalk
    VonAlexander Gottschalk
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Man könnte es eine Lockerung der Corona-Regeln nennen: Der Kreis Gießen macht den Weg für Jagdveranstaltungen frei. Der Schritt hat einen ernsten Hintergrund.

Gießen – Dank des Coronavirus ist der etwas technokratisch klingende Begriff „Allgemeinverfügung“, den man sonst nur in den Verwaltungsbüros dieses Landes zu hören bekommt, vielen Menschen inzwischen bestens bekannt. Schließlich verstecken sich darin die Lockerungen und Einschränkungen der Schutzmaßnahmen, die das gesellschaftliche Zusammenleben in den vergangenen Monaten bestimmt haben. Als kuriose Randnotiz darf in dieser Hinsicht die jüngste Allgemeinverfügung des Landkreises Gießen gelten. Diese erlaubt ab kommenden Freitag (13.11.2020) nämlich das Jagen in größeren Gruppen – unter Corona-Bedingungen versteht sich.

Landkreis Gießen: Jagen erlaubt! Aber nur unter Corona-Bedingungen

Der Hintergrund der – spitzt formuliert – Lockerung der Corona-Regeln ist ernst. Unter bestimmten Voraussetzungen will der Kreis Gießen die Gesellschaftsjagd auf Schwarz-, Rot- und Rehwild gestatten, weil „ein besonderes öffentliches Interesse besteht“, wie Landrätin Anita Schneider in einer Mitteilung erklärt. „So sind Drück- und Treibjagden von Bedeutung für die Bekämpfung der Afrikanischen Schweinepest, aber auch für den Schutz der Wälder vor Verbiss-Schäden.“ Gesellschaftsjagden waren bislang nur für Schwarzwild vorgesehen. Auf Anraten des Landes Hessen folgen nun die neuen Regeln per Allgemeinverfügung:

  • An Jagdveranstaltungen auf bejagbaren Waldflächen unter 100 Hektar dürfen maximal zehn Personen teilnehmen. Ist die Fläche größer, ist pro weiteren zehn Hektar Fläche je ein weiterer Teilnehmer erlaubt.
  • Die Veranstalter müssen die Jagd sowie Sammelstelle und Sammelzeiten zwei Tage vorher bei der Unteren Jagdbehörde anmelden.
  • Die Veranstalter müssen eine elektronische Liste der Teilnehmer sowie ein schriftliches Hygiene-Konzept vorlegen.

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