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Rabenaus Kindergärten (das Foto zeigt jenen in Rüddingshausen) könnten in Bälde in die Trägerschaft des DRK Mittelhessen übergehen. Die Verwaltung sieht darin mehrere Vorteile und verneint die Frage, ob daraus Nachteile fürs Personal erwüchsen.

Trägerwechsel bei Rabenaus Kitas?

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Rabenau (tb). Laubach profitiert davon, Reiskirchen ebenso - und demnächst wohl auch Rabenau. Die Rede ist von der erhöhten Förderung, die das Land freien Kindergartenträgern gewährt. Sei es nun Diakonie, Lebenshilfe oder Rotes Kreuz. Geht es nach dem Gemeindevorstand, wird das DRK Mittelhessen künftig die beiden Rabenauer Kitas übernehmen. Nachteile fürs Personal, so die Antwort aus dem Rathaus, ergäben sich keine. Klar: Das letzte Wort hat auch hier die Gemeindevertretung.

Den Anstoß zur skizzierten Neuausrichtung, so Bürgermeister Florian Langecker auf Anfrage, bot ein Defizit: Fürs neue Kita-Jahr wird, bei aktuell 172 Plätzen, ein Fehlbedarf von zwölf U-3- und acht Ü-3-Plätzen prognostiziert. Auf der Suche nach einer Lösung - im Gespräch war ein Neubau oder das Freizeitcamp am "Melmes" - prüfte die Verwaltung die Übertragung der Kitas an einen freien Träger - wegen erwähnter finanzieller Vorteile, aber auch in Sachen Qualitätssicherung. Langecker mit Hinweis auf das "Gute-Kita-Gesetz": "Die Materie wird immer komplizierter." Bei einem Interessensbekundungsverfahren gingen drei Offerten ein. Die beste vom DRK, das offenbar nach weiteren Betätigungsfeldern sucht. "Ein gutes Angebot", sagt Langecker. "Da ist alles in einer Hand."

Gebäude würden verkauft

Das DRK würde, so sich das Plenum dafür entscheidet, neben den Kitas auch sogenannte Pflegenester betreiben. Aktuell geplant sind zwei dieser Tagespflegestellen mit insgesamt zehn U-3-Plätzen, für die Räume angemietet und inklusive pädagogischer Leitung vier Stellen geschaffen würden. Dank hier gewährter Förderung von Kreis und Land läge der Nettozuschussbedarf für die Gemeinde bei moderaten 70 000 Euro. Vor allem: Der U-3-Fehlbedarf wäre damit weitgehend abgedeckt. Bliebe der Mangel bei den Älteren. Aber: Wie es im Sommer 2020 aussehen wird, ist angesichts der Unwägbarkeiten (Zuzug, Geburtenrate etc.) schwer zu sagen. In jedem Fall aber hofft man, so um den teureren Neubau herumzukommen.

Nicht zu vergessen: Mit dem Trägerwechsel einher ginge der Verkauf der beiden Liegenschaften in Londorf und Rüddingshausen. Die siebenstellige Einnahme käme der bekanntlich klammen Gemeinde zugute. Überdies würde der Personalhaushalt - die 24 Erzieherinnenstellen machen rund 50 Prozent des Aufwandes aus - entlastet. Dass Rabenau bei einem Trägerwechsel aber weiter das Defizit zu tragen hätte, ist klar. Im Rathaus rechnet man dennoch - auch wegen der Synergieeffekte einer Organisation wie dem Roten Kreuz - mit einem erheblich niedrigeren Zuschussbedarf als den letztjährigen 1,03 Millionen Euro. Dass Rabenau sparen, seine Bürger weiter mit hohen Abgaben belasten muss, um einen genehmigungsfähigen Doppelhaushalt 2019/20 zu bekommen, und dass dringende Investitionen in die Infrastruktur anstehen, ist bekannt.

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