Der Trägerverein wirbt auf großflächigen Plakaten für den Neubau des Hüttenberger Hallenbades. FOTO: RGE
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Der Trägerverein wirbt auf großflächigen Plakaten für den Neubau des Hüttenberger Hallenbades. FOTO: RGE

Trägerverein wirbt großflächig für "Nein"

  • vonRoger Schmidt
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Hüttenberg(rge). Der im Jahr 2012 gegründete Trägerverein Hallenbad betreibt das im Juni aufgrund von Bauschäden geschlossene Bad seit 2013 in Eigenregie. 1700 Menschen sind Mitglied in dem Verein und setzen auf einen Neubau. "Geh wählen!" wirbt eine Aktionsgruppe nun auf Plakaten und Flyern für die Teilnahme am Bürgerentscheid.

Walter Krack vom Trägerverein und die Aktionsgruppe mit Julia Hanisch, Hans Kleinschmidt, Elke Scholz, Michael Breuer und weiteren Mitstreitern werben mit vielfältigen Aktionen. Sie möchten, dass die Hüttenberger beim Bürgerentscheid am 1. November für ein "Hallenbad mit Zukunft" stimmen. Mit Geld lasse sich der Wert eines Bades nicht bemessen, sagen die Befürworter. Unbezahlbar wertvoll sei es zum Beispiel in puncto Gesundheit. "Generationen haben hier das Schwimmen gelernt, ihre Freizeit verbracht, trainiert, ungezählte Rettungsschwimmer wurden ausgebildet, Gesundheitskurse angeboten und Kindergeburtstage gefeiert", zählen die Hallenbad-Befürworter auf. Insgesamt 50 000 Besucher wurden jährlich im Hüttenberger Bad gezählt, sagen sie.

Sanierungen nur versprochen

Die Gegner eines Neubaus haben für den Bürgerentscheid gesorgt. Sie befürchten hohe Kosten und Steuererhöhungen durch ein neues Bad und werden dabei von der FWG unterstützt, die in der Gemeindevertretung als einzige Fraktion gegen einen Neubau des Bades votiert hat.

Die Verfechter des Hallen- bades appellieren an die Wahlberechtigten, das "Nein" beim Bürgerbegehren anzukreuzen und damit für den angestrebten Neubau zu stimmen.

Auch rückt die Aktionsgruppe vom Trägerverein einige Zahlen gerade, die von den Hallenbad-Gegnern verbreitet werden. 130 000 Euro habe der Trägerverein im Jahr für den Betrieb eingebracht, die Gemeinde 80 000. Die Angaben der Bürgerentscheid-Initiatoren zu Betriebskosten und Grundsteuererhöhungen seien aus der Luft gegriffen.

Seit der Übernahme durch den Trägerverein in 2013 seien dringend erforderliche Sanierungen wie die Abdichtung des Beckens von der Verwaltung versprochen und von der Gemeindevertretung beschlossen worden. Es sei jedoch nichts davon durchgeführt worden. All das habe zum jetzigen Zustand beigetragen, sagte Michael Breuer. Die Neubau-Befürworter schätzen die Baukosten auf acht bis neun Millionen Euro.

Auch die Strahlkraft des Bades in die benachbarten Gemeinden sei nicht zu unterschätzen, betont die Aktionsgruppe. Sollte das Bad verhindert werden, sei auch Schulschwimmen vor Ort nicht mehr möglich - und in Bädern der Umgebung beständen nur geringe Kapazitäten.

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